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Innenministerium stoppt Kiels Verschwendungssucht
Auch das Zentralbad muss wohl fürs erste dran glauben. Wie die Kieler Nachrichten berichtet, darf Kiel nur 30 statt der gewünschten 55,8 Millionen an Krediten vom Land aufnehmen:
- KN vom 1. Juni 2011 Innenminister Schlie dreht Geldhahn zu Kiels Prestige-Projekte rücken in weite Ferne
Das nun in unmittelbarer Nähe zu der Meldung, dass das Zentralbad deutlich teurer wird als vermutet.
Es war alles vorhersehbar. In einer Zeit, in der die Kassen immer knapper werden, sollte man nicht große Leuchtturmprojekte anschieben und schon einmal Millionen für Planungen und Wettbewerbe ausgeben, sondern kleine Brötchen backen. Das Zentralbad hätte auch die Eintrittspreise für die Gaardener BürgerInnen angehoben. Wie sich das bei evt. steigenden Betriebskosten oder weniger Gästen verhalten hätte stand schon fest: Mehr Geld sollte es nicht geben. Das Zentralbad war für alle, die Dinge mit offenen Augen betrachten immer schon ein unkalkulierbares Risiko. Die Ratsversammlung aber hat durch die Bank weg entweder von Anfang an Beifall geklatscht (CDU,FDP,SPD,GRÜNE,SSW), oder das Zentralbad und den Erhalt von Katzheide irgendwann von der politischen Agenda gestrichen (LINKE, DD).
Die Lehren daraus sollten sein: Wir BürgerInnen wissens doch oft besser, als die selbsternannten Experten im Rathaus. Und wenn wir wollen, dass etwas verhindert wird, können wir uns auf keine VertreterInnen stützen. Selber machen ist angesagt!
Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Sache entwickelt. Ich vermute, dass in der Ratsversammlung am 9. Januar das Jammern groß sein wird. Man hat den selben Fehler wiederholt wie beim Science Center. Und man hat wieder den Poker verloren.
Es ist unwahrscheinlich, dass das Zentralbad nun doch gegen alle Widerstände ohne weiteres durchgezogen werden kann. Man hat nun aber viele wertvolle Monate verloren. Man hat auch nach der Erhöhung der Kosten die Zeit nicht genutzt das Thema “Kieler Bäderlandschaft” wieder aufzureißen. Augen zu und durch war die Devise. Es klang ja auch zu schön: Man würde mehr Bahnen haben zum Schwimmen und damit die Sportvereine zufrieden stellen – man hätte neue Freiflächen an zwei Standorten in Gaarden und gleichzeitig fiel der Stadt mit der alten Lessinghalle auch noch das “Articulum” in die Hände, das man hofft teuer vermarkten zu können. Ach ja und billiger als der Erhalt der drei anderen Standorte sollte es ja auch sein. Belege dafür gab es nicht. Wie ich schon oft schrieb wählte man bei der Lessinghalle den teuersten Entwurf und lehnte ihn dann ab, weil er zu teuer sei. Man wollte endlich mitspielen im Schwimmhallen-Poker – Ausgang ungewiss – man erhoffte sich eine Attraktivitätssteigerung und mehr Besucherströme. Auch wenn Studien zeigen, dass wegen eines Schwimmbades nicht mehr Touristen kommen. In Kiel gilt das Prinzip Hoffnung. Man meints ja nur gut.
Ich will gar nicht jedem Ratsmenschen eine gute Absicht in Abrede stellen. Vielleicht ist es bei manchem auch nur Naivität gewesen, die sie damals 2009 dem Wahnsinnsprojekt hat zustimmen lassen.
Seit 30.5. soll Katzheide wieder geöffnet sein. Zumindest dieses Jahr kann man hoffen, dass es erhalten blieben wird. Langfristig will die Stadt Kiel sicher ganz aussteigen aus der Bäder-Bereitstellung. Man will möglichst viele Dienstleistungen auslagern in selbständige GmbHs und damit als Aufgabe loswerden. Das ist die eigentliche, große Geschichte hinter dem ganzen hin und her. Jeden Monat und jedes Jahr kommt man dem Ziel näher sich der Verantwortung und somit den Kosten entledigen zu können. So wie die Stadt Kiel gestrickt ist, wird man jetzt das Zentralbad sicher ganz privaten Investoren überlassen. Wahrscheinlich schießt man dann noch ein paar Millionen zu, damit sie es auch tun. Dann geht der Investor Konkurs und das Geld ist weg und es steht immer noch kein Bad. Dabei wäre es alles viel einfacher: Kleine Lösungen, insbesondere für Gaarden: Ein Kombibad muss nicht so teuer sein, wie vergleichbare Projekte anderer Städte zeigen. Aber das ausgegebene Geld ist weg. Kiel hat offenbar viel zu viel Geld – bzw. es liebt seine Investoren so innig, dass es das Geld gerne ohne Bedingungen verschenkt. Die stößt allerdings nicht auf Gegenliebe. Denn wie wir alle gelernt haben ist das Kapital ja ein scheues Reh
Was soll das denn? Rettet Katzheide?
Heute habe ich spontan entschlossen die Initiative “Rettet Katzheide!” zu starten. Initiative heisst in dem Zusammenhang nicht primär Zusammenschluss, sondern Bemühung.
Ausschlaggeben waren dazu mehrere Tatbestände:
- Der Zeitpunkt, auf den ich seit 2009 hingearbeitet habe ist am 13. Mai 2011 gekommen: Es wurde festgestellt, dass der Zentralbadsbeschluss nichts taugt! Entweder sie müssen den Bau schrumpfen oder ihn verteuern. Ein Dilemma. So wie es in der KN geschildert wird, klingt die Aufgabe dazu nicht nach Peanuts. Das ist DIE Chance das Thema Katzheide wieder auf die Tagesordnung zu setzen
- Die Badesaison in Katzheide startet vermutlich am 31.05.2011 und damit wird Katzheide wieder zu einem lebendigen Ort.
- Leider hat die Stadtteilinitiative Gaarden zur Zeit andere Themen wie Gentrifizierung im Vordergrund – und ich bin dort auch nicht mehr aktiv. Ich sehe auch nicht, dass sie da groß aktiv werden.
Die Initiative “Rettet Katzheide!” ist also eine PR-Offensive, um wieder Wind in das Thema um den Erhalt des schönen Freibads zu bringen. Vielleicht ist dieser Moment und dieses Jahr die letzte Chance Katzheide zu erhalten. Ich möchte nicht zusehen wie es geschlossen wird ohne zumindest versucht zu haben, etwas zu ändern. Und vielleicht geht es vielen GaardenerInnen ähnlich?
Im Moment gibt es nur mich, ein süßes Logo und eine Info-Mailingliste, auf die ihr euch eintragen könnt um auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Ich suche Leute, die Lust haben aktiv zu werden für Katzheide. Dazu könnte gehören:
- Transparente malen für Katzheide
- Flyer formulieren, drucken und verteilen
- Sich treffen und Lösungen diskutieren
Meine Gedanken dazu bisher:
- Wir können nicht ohne weiteres da weitermachen, wo wir vor zwei Jahren aufgehört haben. Es wurden viele Unterschriften gesammelt. Wir könnten auch doppelt so viele sammeln, aber das wird uns nicht weiter führen
- Die Debatte um das Zentralbad ist ganz entscheidend. Es war für viele Sportler ein schönes Versprechen angesichts maroder Hallen und der insgesamt desolaten Situation der Kieler Bäderlandschaft. Aber es kommt mit einem Preis – und es wird vielleicht auch nie verwirklicht – und die Stadt Kiel zieht sich ganz raus aus dem Bädergeschäft. Lieber erhalten was wir haben und Fortschritte im Kleinen!
- Katzheide braucht eine mittel bis langfristige Perspektive. Wir sollten nicht Lösungen zustimmen, die die finanzielle Zuteilung seitens der Stadt vermindert. Angesicht dessen, was da im Sport- und Bewegungspark alles verbaut wurde kann man nur staunen, wie viel Geld aufzutreiben ist. Katzheide hat besseres verdient!
- Lessighalle gehört auch als Bad erhalten. Dazu bedarf es aber eigener Initiativen am Westufer. Wir können dann immer noch kooperieren, sofern die die Sache nicht angesichts der Zwischennutzungen bereits aufgegeben haben?
Dies als Anregungen. Fertige Lösungen habe ich auch nicht – die brauchen wir auch nicht. Wir sollten aber eine klare Kante dazu fahren, was wir nicht wollen.
Ich werfe diese Initiative jetzt einfach mal in den Raum und warte auf ein Echo. ich denke man kann auch zu zweit oder zu dritt einiges hinbekommen. Wenn niemand dazu kommt werde ich mich halt aufs Berichterstatten beschränken müssen. Also gebt euch einen Ruck und meldet euch z.B. via Kontaktformular oder per Mail an: katzheidealternativnet.de.
Zentralbad wird deutlich teurer als vermutet « KielKontrovers
Zentralbad wird deutlich teurer als vermutet « KielKontrovers.
Nun ist es raus: Wie von mir bereits mehrfach vorhergesagt, kann das Zentralbad nicht zu den ursprünglich avisierten 17 Millionen Euro gebaut werden. Damit sind die bisherigen Beschlüsse hinfällig.
Neuer Sport- und Begegnungspark
Ich habe mir die Umbauten im Sport – und Begegnungspark mal wieder angesehen – und ich bin nicht begeistert.
Flächenversiegelung
Eines unserer Hauptprobleme ist die Flächenversiegelung. Die bisherigen Sandwege wurden zu “Asphaltautobahnen” ausgebaut. Barfuß gehen wird darauf im Sommer auf jeden Fall weh tun, was bei dem um die Ecke liegenden Freibad Katzheide nicht selten vorkommen würde.
Ich zitiere mal aus der Wikipedia:
Flächenversiegelung oder Bodenversiegelung bezeichnet das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke des Menschen. Von Flächenversiegelung wird deshalb gesprochen, weil in den Boden kein Niederschlag mehr eindringen kann und so viele der dort normalerweise ablaufenden Prozesse gestoppt werden.
Bodenversiegelung wirkt sehr negativ auf den natürlichen Wasserhaushalt, da der Boden nicht mehr als Puffer dient. Der oberflächliche Abfluss wird gesteigert und die Grundwasserspende verringert. Die Grundwasserbelastung und Stoffkonzentration steigt, da bei punktueller Versickerung des Niederschlages weniger Nähr- und Schadstoffe im Boden gefiltert werden können.
Primär werden durch den Bau von Straßen, asphaltierten Wegen und Plätzen, Häusern, Gewerbe- und Industrieanlagen freie Flächen in so großem Umfang versiegelt, dass Oberflächenwasser (Regenwasser) nicht mehr versickern kann und der natürliche Wasserkreislauf empfindlich gestört wird.
Die Flächenversiegelung stellt in dicht besiedelten Gebieten der industrialisierten Länder eines der drängendsten ökologischen Grundprobleme dar, weil z. B. die im Boden befindlichen Lebewesen nicht mehr zur Erdoberfläche vordringen können.
Ein weiteres Problem der Versiegelung ist, dass die überwiegend dunklen versiegelten Flächen (Asphalt) sehr viel Wärme absorbieren. So kommt es im Sommer zu einer starken Erwärmung der Stadt.
Dazu gibt es auch eine Broschüre des Naturschutzbundes (NABU)
Bei den Leitbildern des Sport- und Begegnungspark taucht auch das Wort Umwelt nicht auf. Da passt wieder mal eins zum anderen.
Spielgeräte & Öffentliche Grills
Blauer Boden und der Charme von Transformatorenhäuschen. Kein Wunder, das der Park bereits einen Preis bekommen hat. Ich habe von den Spielgeräten jetzt keine Fotos, weil die gerade bespielt wurden. Nach meinem Dafürhalten werden die Spielgeräte aber kaum dem Zerstörungspotential von Jugendlichen standhalten. Dafür sind sie von vorne herein falsch ausgelegt. Und wer zahlt dann, wenn sie immer wieder erneuert werden müssen. ich kann mir ja heute schon das Gejammer vorstellen.
Die Grillplätze sehen kurz nach der Eröffnung schon ganz schön durch aus. Wie z.b. dieser Tisch:
Und die Grills selbst, naja – Grillreste vom Vortag… macht das Spaß?
Es wird wohl auf Dauer eine Menge mehr Müll anfangen. Mal sehen wie sich das entwickelt. Die öffentlichen Mülltonnen waren da ja schon immer überlastet, weil die Kleingärtner da auch ichren Müll entsorgt hatten. Na dann haben wenigsten die Krähen und Möwen immer genug Futter – schön das man auch an die denkt..
Überwachungspersonal
Die Präsent von Überwachungspersonal löst ein Gefühl der Gefahr, Überwachung und Bedrohung aus. Kein gutes Gefühl um einen Aufenthalt zu genießen.
Verordnete Gemütlichkeit
Geht es nur mir so, dass ich bei sowas Kotzen muss?
Wenn die Stadtplaner anfangen ists hinterher immer schlimmer als vorher. 750.000 Euro haben sie hier versenkt. Das nennt man dann drastische Sparmaßnahmen?
Der Pinkelstein
Sie haben einen Stein aufgestellt. Man sagte mir, der soll mal zum Klettern da sein. Meine persönliche Theorie ist aber, dass es ein Pinkelstein sein und Graffiti Raum bieten soll. Und so war er denn schon Wochen vor der Eröffnung, als er noch eingezäunt war bereits verziert. Klar – an dieser Stelle. Ich hoffe er war sehr teuer? Tut mir leid wenn ich hier zynisch werde, wenn ich so viel geballten Schwachsinn auf einmal erlebe. S’il vous vouplaît:
hmhmhm … und dann noch von der anderen Ecke der Brücke:
Fazit
In Gaarden wird das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen. Wo gespart werden könnte wird geklotzt und da wo es dringend gebraucht wird, verweigert man sich komplett. Zynisch da Todeskinos Kommentar:
„Dieses Projekt macht deutlich, dass viel erreicht werden kann, wenn die Menschen und engagierten Vereine in den Stadtteilen sich aktiv an der Planung beteiligen.“
Ja, was erreicht werden kann sieht man jetzt: An den Nutzern vorbei geplant. Nicht einmal die unmittelbaren Anwohner wurden zur Bürgerbeteiligung befragt. Das das aber nichts werden würde war schon lange klar – aber wenn Du da versuchst was gegen zu sagen, wirst Du ja gleich nur als Verhinderer abgestempelt. Das Geld ist weg und der Schund steht, die Flächen sind versiegelt. Schönen Dank!
Eisfestival in Katzheide 30.1.-7.2.2010
Update: Fortsetzung wegen Wetter ungewiss. Bitte selber im Kieler Bäder Blog verfolgen.
Wie die KN berichtet wird es vom 30. Januar bis 7. Februar die Möglichkeit geben in Katzheide Schlittschuh zu laufen und Glühwein zu trinken (mit Eintritt).
- montags bis freitags jeweils von 14 bis 17 Uhr
- sonnabends und sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr
- Eintritt 2,50 €.
- Kinder bis 16 Jahre 2 €.
- Schlittschuhe können vor Ort für 3 € pro Paar geliehen werden.
- Glühwein gibts auch.
“Sollte das Wetter mitspielen und der Bedarf da sein, ist auch eine Verlängerung des Eisfestivals möglich. Eventuell wird es auch noch eine „Ice-Night-Disco“ geben, aber das steht alles noch in den Sternen…” Quelle: www.kieler-baeder.de
Und siehe da, ich habe ein offizielles(?) Kieler Bäder Blog gefunden!
Gelogen wie gedruckt: Kieler Ratsfraktionen leben im Wolkenkukusheim
In einer neuen Presseerklärung hängen sich die Ratsfraktionen der Übergroßen Koalition aus allen Fraktionen außer Linke und Direkter Demokratie ziemlich weit aus dem Fenster, was die Behauptungen anbelangt:
- Eine 250prozentige Erhöhung der Preise für das Verweilen einer Familie über mehrere Stunden wird dort als „sozial verträgliche Eintrittspreise“ bezeichnet.
- Den Fraktionen, die es ablehnen zig Millionen für ein Spaßbad auszugeben und die Preise derart zu erhöhen wird vorgeworfen „Sie grenzen damit Menschen mit geringem Einkommen von der Teilhabe an Sport und Freizeit aus. Wir lehnen diese Politik als unsozial ab und werden dies öffentlich vertreten!“
Wiederholt werden bewiesener maßen falsche Zahlen verbreitet. Wie schon mehrfach an dieser Stelle bewiesen, hat sich herausgestellt, dass der Siegerentwurf zur Lessinghalle, der dann 13-15 Millionen Euro kosten sollte, nicht etwa zur Restaurierung der selbigen dienen soll, sondern einen Umbau des Eingangsbereiches Schrevenpark/Lessingplatz bedeuten würde. Zudem war in der Ausschreibung als Vorgabe, dass zusätzlich ein Wellnessbereich und eine Gastronomie geschaffen werden sollte. Eine saubere Trennung zwischen Restaurierung und Straßenbaumaßnahmen fand nicht statt. Das Ziel der Ausschreibung war somit absehbar, die eingereichten Entwürfe NICHT umzusetzen, sondern gerade nur Zahlen zu erhalten, die abschreckend genug sind.
Das Freibad Katzheide sollte 8 Millionen kosten. Die Summe 8+13 oder 8+15 – die dann nach Adam Riese 21-23 Millionen kosten würden wird dann zu 25 Millionen addiert. Das eine Schwimmhalle auch für nur 5-6 Millionen zu haben wäre, habe ich hier und in KielKontrovers auch bereits nachgewiesen. Aber in dieser Diskussionen zählen keine Argumente und auch nicht einfache Additionen. Die Übergroße Koalition braucht weder Argumente noch Rechenkünste. Ihr Zentralbad liegt im Wolkenkukuksheim und finanziert sich ganz von selbst. Bei den Ratsmitgliedern sind 17 Millionen (große Lösung) weniger als 8 Millionen (kleine Lösung).
Dabei veruntreut und verschwendet die Ratsversammlung teuere Steuergelder und lügt den Kieler Bürgerinnen dreist ins Gesicht.
Alleine die bauliche Erkundung wird demnächst 120.000 Euro kosten. Der Architekturwettbewerb zur Lessinghalle kostet die Stadt Kiel nach meinen neueren Erkenntnissen 80.000 Euro. für 200.000 Euro hätte man die Lessinghalle aber von der Technik her nach einem Gutachten längst reparieren können (dort geschätzt: 150.000 Euro). Da sind die Kosten für die Entwürfe zu Katzheide noch gar nicht drin.
Mein Trost ist, dass das Zentralbad noch nicht steht – und das jeder der rechnen kann und Erfahrungen mit Baukosten hat jetzt schon weiss, dass es deutlich teurer wird. Diese Erkenntnis muss den naiven Ratsmitgliedern noch erst kommen. Aber naja, es ist ja nicht ihr Geld? Aber bitte liebe Ratsmitglieder hört auf zu jammern. Herr Albig hat gestern bei Anne Will gejammert, dass er selbst mit Arbeitsloseninitiativen um 3.500 Euro feilschen muss. Lieber Herr Albig – mit dem Einsparen lustiger Architekturwettbewerbe mit Siegerentwürfen mit denen sowieso schon vorher nie jemand vor hat diese umzusetzen (Fall Lessinghalle), könnten sie 21 weitere Initiativen aus dem Stadtsäckel fördern. Man muss nur wissen, wo man den Rotstift ansetzt!
Stadtteilinitiative redet Ratsleuten ins Gewissen
Ich will gar nicht verhehlen, dass ich hier persönlich involviert war im Anschreiben an die fraktionsgebundenen Ratsleute. Ich hatte mich entschlossen, für die Stadtteilintiative Gaarden (SIG) aktiv zu werden, da ich nicht zusehen wollte, wie das Freibad Katzheide einfach sang und klanglos von der Bildfläche verschwindet. In dem Anschreiben nennen wir verschiedene Argumente für den Erhalt:
- Mit dem Bau eines Zentralbades käme unweigerlich auch das Aus für das Freibad Katzheide und dem Freizeitstandort Gaarden würde ein schwerer, unwiederbringlicher Schaden zugefügt. Katzheide ist DAS Highlight in Gaarden – einer der wenigen Orte in Gaarden die kielweit einen hervorragenden Ruf genießen.
- Der Bau des Zentralbades gefährdet die laut Flächennutzungsplan einzige Grünverbindung zwischen Ost- und West. Für die Gaardener Bevölkerung befindet sich der Standort außerhalb ihres Stadtteils.
- Die Alternative eines Kombibades wurde seitens der Verwaltung mit Kosten von 8 Mio. angesetzt – allerdings ist es auch möglich Schwimmbäder für die Hälfte des genannten Betrages zu bauen. Wir halten die genannten Kosten daher für zu hoch angesetzt.
- Auch die Kosten für den Erhalt der Lessinghalle sind mit 15 Millionen zu hoch angesetzt gewesen. Bei der Ausschreibung wurde den Architekturbüros keine Obergrenze für Investitionen vorgegeben. Insofern gehen wir davon aus, dass auch die Lessinghalle für weit weniger renovierbar ist.
- Da diese jetzige Entscheidung ohne eine frühzeitige Bürgerbeteiligung stattfinden soll, können Sie als Ratsmitglied nicht wissen, ob dieses Zentralbad überhaupt von den Kieler gewollt wird. Eine überteuerte Fehlplanung eines Schwimmbades, das so keiner will, könnte die Folge sein.
- In den letzten Jahren wurden viele Gutachten und Architekturwettbewerbe zur Bäderlandschaft ausgeschrieben, ohne das die Ergebnisse umgesetzt wurden. Gleichzeitig wurden wichtige Reparaturmaßnahmen nicht in Angriff genommen.
- Die virtuelle Deckelung des Zuschussbedarfes an die Kieler Bäder GmbH erscheint uns als ein frei erfundener Betrag, der nicht auf Zahlen zu notwendigen Investitionen basierte und in Folge davon zu einer Erodierung der Bausubstanz und einen Investitionsstau führte. Wir können daher diesen erfunden Betrag nicht als Maßgabe für die Haushaltsplanung der Stadt Kiel akzeptieren. Gerade die Planung eines neuen Bades zeigt doch, dass dieser strenge Sparkurs, den man 2007 sogar über-erfüllte eher zu Mehrausgaben für die Stadt Kiel führt, denn zu langfristigen Einsparungen.
- Als Herzstück des neuen Sport- und Bewegungsparks, dessen Bürgerbeteiligung schon stattgefunden hat ist Katzheide unverzichtbar. Ein Herausschneiden des Freibades würde bedeuten, dass die Bürger eine Wiederholung des Planungsprozesses verlangen können mit all den damit verbundenen Kosten.
- Die Kosten für den Besuch des Zentralbades für Familien liegen teilweise über 250% über den bisherigen Kosten.
- Den Kielern wurden bisher immer Versprechungen zum Erhalt von Lessinghalle und Katzheide gemacht. Was jetzt folgt ist ein Wortbruch!
Ich könnte auch noch mal mein neues Lieblingswort “Stadtteilgerechtigkeit” ins Spiel bringen. Denn Gaarden ist nicht einfach nur “sozialer Brennpunkt”, sondern ist eben auch seitens der Stadt Kiel benachteiligt bei den Kulturausgaben und sonstigen Töpfen. Die Investitionen der vergangenen Jahre waren allesamt Infrastrukturinvestitionen aus EU-Töpfen. Und Projekte wie die Anbindung ans Westufer (Gaardener Brücke) sind steckengeblieben und erwecken teilweise heute einen schlechteren Eindruck als wenn sie nicht angegangen worden wären.
Gaardener Stadtteilinitiative gegründet
Katzheide hat die Gaardenerinnen zusammengeschweisst. Am 19. November soll die große Entscheidung anstehen in der Ratsversammlung. Mittlerweile werden in der Gaardener “Innenstadt” kräftig Unterschriften gesammelt.
Ich selbst habe mich auch entschlossen diese “Stadtteilinitiative Gaarden” (SIG) zu unterstützen. Wie Leser dieses Blogs und von KielKontrovers (einem meiner vielen anderen blogs) wissen, beschäftige ich mich schon länger mit der Situation der Kieler Bäderlandschaft. Was da die letzten Jahre passiert ist, stinkt zum Himmel. Die Argumentationen mit der Finanzierung sind verlogen. Wie ich bereits nachwies hat man z.B. bei der Lessinghalle bewusst einen Wettbewerb ohne Limit ausgelobt – Noch mal das Zitat der Ausschreibung hier in Kürze “Ziel ist die denkmalgerechte Sanierung sowie die Attraktivierung des Schwimmbades unter funktionalen, technischen und energetischen Gesichtspunkten. Dabei soll das Angebot unter Berücksichtigung des Schul- und Vereinsschwimmens durch Fitness- und Wellnessangebote sowie eine attraktive Gastronomie erweitert werden. Angestrebt ist die Entwicklung eines hochwertigen Gebäudeensembles, das unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen vermag und gleichzeitig flexibel und zukunftsoffen orientiert ist. Im Rahmen einer denkmalgerechten, architektonisch und wirtschaftlich ausgereiften Entwurfslösung werden überzeugende Konzepte gesucht, die den Standort in seiner Attraktivität sichern und weiter steigern.” – Im direkten vergleich mit der geplanten Ausschreibung des Zentralbads”
Im Vergleich dazu die Ausschreibung zum Zentralbad (BV 0940/2009):
Vor der Umsetzung des Bauvorhabens ist ein Architektenwettbewerb durchzuführen, in dem auf die festgesetzte max. Bruttobausumme in Höhe von 17 Mio. € verwiesen wird.
1.2 Die in der Bausumme enthaltenen Kosten für die Herrichtung des Grundstücks als Bauland sowie die notwendige Baugrunduntersuchung werden als erste investive Mittel im Haushaltsplan 2010 in Höhe von 120.000,00 € im Produktbereich 42400201 zur Verfügung gestellt.
Der Unterschied macht sehr deutlich, wie man bei dieser Ausschreibung darauf achtete, dass sich Vorschläge auf jedem Fall in einem realisierbaren Rahmen bewegen – wohingegen die Ausschreibung der Lessinghalle besagt: “Lasst es mal so richtig krachen, spart nicht am Geld!!”
Was Katzheide angeht, so hat man dies definiert:
Nach Beschluss über den Bau eines Zentralbades wird über die künftige Nutzung des Geländes des Sommerbades Katzheide entschieden. Eine Option ist, dass die Liegenschaft nach seiner Außerbetriebnahme in die Verwaltung des Sport- und Begegnungsparks auf dem Kieler Ostufer übergeht.
Man will dabei die Kosten für Katzheide offenbar über irgendwelche Nebentöpfe finanzieren. Man lügt sich da schon wieder in die Tasche – erst streicht man bei den Subventionen, will dann Katzheide am liebsten aus der Bäderlandschaft rausnehmen und es dann querfinanzieren aus anderen Töpfen, obwohl es ein Bad ist. Dadurch kann man dann darauf verweise wie toll man bei Bädern gespart hat. Hat man natürlich nicht, wenn das Geld aus anderen Töpfen kommt. Nullsummenspiele! Anstatt klar auszuweisen wofür man Geld ausgibt und dazu zu stehen, versucht man Kosten zu verstecken.
Wenn ich mal raten sollte, so glaube ich auch nicht, dass in der Finanzkrise die sicher die nächsten 10-15 Jahre anhalten wird so etwas wie ein Mega-Zentralbad für 25 Millionen (inklusive Preissteigerungen) umgesetzt wird. Woher soll das Geld kommen? Und ob man spart ist sehr zweifelhaft.
Dahingegen stellt Katzheide einen wichtigen Wert dar. Für viele Kielerinnen ist Katzheide das schönste an Gaarden überhaupt!
Am 18.11. soll es in Gaarden einen bunten Laternenumzug geben (Treffpunkt Vinetaplatz). Anfang ist 18 Uhr. Wir wollen gemeinsam durch Gaarden ziehen um so sowohl Gemeinsamkeit in der Ablehnung zu demonstrieren, aber auch Kindern etwas zu bieten, dass sie genau so gerne mögen wie ihr Freibad!










