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Gaardener Brunnenfest: Kinder sollen zu McDonalds gehen

Manche hielten es für einen Witz, McDonalds nach Gaarden zu holen. Bisher gibt es nur einen Drive-In am Theodor-Heuss-Ring.

Aber auf dem Brunnenfest am letzten Sonntag hat man bereits eine Hüpfburg von McDonalds aufgestellt. Die Absicht ist klar: Die Kinder sollen ein positives Bild von McDonalds bekommen. Das ist wichtig, denn offenbar denken die verantwortlichen  PolitikerInnen, dass der Gesundheitszustand der Kinder im Stadtteil noch weiter zu senken ist.

McDonalds

McDonalds auf dem Alfons-Jonas-Platz

Aus meiner Sicht passt da zur Zeit einiges nicht zusammen. Wirtschaftsförderung in Gaarden und der Beschluss mehr Bio-Essen für Kindergärten zu erreichen auf der anderen Seite – steht dem Bestreben entgegen, so etwas wie McDonalds in Gaarden zu etablieren. Was würde das in Gaarden bedeuten? Natürlich würde es die gaardener Imbissunternehmen schwer treffen. Erst letzten Monat musste ein Fisch-Imbiss dicht machen. Was kurzfristige Bedarf wie Lebensmittel angeht, gibt es laut IHK in Gaarden eher ein Überangebot. Ein McDonalds würde damit natürlich zu einer brutalen Verdrängung führen und zur Schließung vieler kleiner Imbisse. Und das alles damit dann lokales Kapital von Gaarden Oakbrook,Illinois abwandert. Ist das die neue Ansiedlungspolitik Kieler PolitikerInnen? Nieswanddruck hat man ja bereits ans Westufer verloren (abgeworben durch die KiWi). Jetzt durfte Nieswandruck, welch’ Ironie, jetzt den Flyer für die Gaardener Mikrokredite drucken.

Was gabs sonst noch?

Auf der Bühne auf dem Vineta-Platz dominierten lange Zeit christliche Gruppen, die versuchten die Zuhörer zu indoktrinieren. Für die, die sich auf Unterhaltung einstellen wollten, war das eher eine Zumutung.

Ansonsten waren Mitglieder des Ortsbeirats zeitweise bemüht das Bild zu korrigieren, wenn ZU öffentlich  Bier konsumiert wurde. Wenngleich Bier auch ganz offiziell verkauft wurde (z.B. im Cafe Dibbern).

Bier

Bierkonsum in der Elisabethstraße

Torwand

Torwand der IGM

AWO

Die AWO war auf dem Brunnenfest gleich mit mehreren Ständen vertreten

Heute 18. Gaardener Brunnenfest (2011)

Etwas reduziert wie letztes Jahr, aber wieder am Start ist das Gaardener Brunnenfest an diesem Sonntag.

Die offiziellen Seiten, sind wohl die vom Ostufer Kiel (Büro Soziale Stadt).

Was man immerhin mit den Jahren behoben hat, ist dass nicht mehr Stände herumstehen von irgendwelchen Imbissverkäufern aus dem ganzen Bundesgebiet, sondern es Angebote von gewerblichen Anbietern oder Institutionen aus Gaarden, oder zumindest Kiel gibt.

Lageplan Gaardener Brunnenfest

Lageplan Gaardener Brunnenfest

Kinderbespaßung, Kulinarisches, etc. kann man und sollte man nicht kritisieren. Sicher ist das Brunnenfest kein echtes Highlight, aber viel derjenigen, die auf dem Platz stehen sind ernsthaft bemüht.

Fraglich ist, dass sich viele Institutionen kaufen lassen. Und am Tropf von EU- oder Bundesmitteln hängen. Jede Organisation muss sich daher fragen,  wessen Interesse sie wirklich verfolgt. Ein Eigeninteresse schwingt immer mit. Von Luft können wir alle nicht leben. Bedenklich wird es an dem Punkt, wo sich Menschen nur Vormachen, dass sie im Interesse der Menschen oder des Stadtteils handeln, aber in Wirklichkeit gegen die EinwohnerInnen handeln.

Wobei man auch berücksichtigen kann, dass es nicht um die tatsächlichen Absichten geht. So können beste Absichten eine fatale Wirkung haben, als auch eine Organisation mit der Absicht Gaarden für neue BewohnerInnen vorzubereiten (sog. Gentrifizierung) mit ihrem Auftreten auch positive Effekte zu erzielen, die ihrer eigentlichen Absicht zuwiderlaufen. Es gibt zwar (nach Adorno) nichts Richtiges im Falschen, aber es gilt auch, dass wir selber unsere Welt so gestalten und verändern können, wie wir wollen. Nicht eindach dadurch, dass wir beschließen etwas zu verändern, wie es oft von verschiedenen Bewegungen der “Empörten” oder “Recht auf Stadt” propagiert wird. Denn zum Gestalten braucht es neben dem Willen zu Gestalten zusätzlich noch unbedingt die richtige Herangehensweise und auch die nötige Macht, um die eigenen Ideen umzusetzen.

Da gilt es Möglichkeiten zu schaffen und immer im Konkreten anzusetzen, statt im Allgemeinen.  Letzteres klingt zwar oft besser und größer, wird aber m.E. niemals wirklich etwas bewirken. Das Dilemma liegt darin einen Ansatzpunkt zur Veränderung zu finden.

Innenministerium stoppt Kiels Verschwendungssucht

Auch das Zentralbad muss wohl fürs erste dran glauben. Wie die Kieler Nachrichten berichtet, darf Kiel nur 30 statt der gewünschten 55,8 Millionen an Krediten vom Land aufnehmen:

 

Das nun in unmittelbarer Nähe zu der Meldung, dass das Zentralbad deutlich teurer wird als vermutet.

Es war alles vorhersehbar. In einer Zeit, in der die Kassen immer knapper werden, sollte man nicht große Leuchtturmprojekte anschieben und schon einmal Millionen für Planungen und Wettbewerbe ausgeben, sondern kleine Brötchen backen. Das Zentralbad  hätte auch die Eintrittspreise für die Gaardener BürgerInnen angehoben. Wie sich das bei evt. steigenden Betriebskosten oder weniger Gästen verhalten hätte stand schon fest: Mehr Geld sollte es nicht geben. Das Zentralbad war für alle, die Dinge mit offenen Augen betrachten immer schon ein unkalkulierbares Risiko. Die Ratsversammlung aber hat durch die Bank weg entweder von Anfang an Beifall geklatscht (CDU,FDP,SPD,GRÜNE,SSW), oder das Zentralbad und den Erhalt von Katzheide irgendwann von der politischen Agenda gestrichen (LINKE, DD).

Die Lehren daraus sollten sein: Wir BürgerInnen wissens doch oft besser, als die selbsternannten Experten im Rathaus. Und wenn wir wollen, dass etwas verhindert wird, können wir uns auf keine VertreterInnen stützen.  Selber machen ist angesagt!

Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Sache entwickelt. Ich vermute, dass in der Ratsversammlung am 9. Januar das Jammern groß sein wird. Man hat den selben Fehler wiederholt wie beim Science Center. Und man hat wieder den Poker verloren.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Zentralbad nun doch gegen alle Widerstände ohne weiteres durchgezogen werden kann. Man hat nun aber viele wertvolle Monate verloren. Man hat auch nach der Erhöhung der Kosten die Zeit nicht genutzt das Thema “Kieler Bäderlandschaft” wieder aufzureißen. Augen zu und durch war die Devise. Es klang ja auch zu schön: Man würde mehr Bahnen haben zum Schwimmen und damit die Sportvereine zufrieden stellen – man hätte neue Freiflächen an zwei Standorten in Gaarden und gleichzeitig fiel der Stadt mit der alten Lessinghalle auch noch das “Articulum” in die Hände, das man hofft teuer vermarkten zu können. Ach ja und billiger als der Erhalt der drei anderen Standorte sollte es ja auch sein. Belege dafür gab es nicht. Wie ich schon oft schrieb wählte man bei der Lessinghalle den teuersten Entwurf und lehnte ihn dann ab, weil er zu teuer sei. Man wollte endlich mitspielen im Schwimmhallen-Poker – Ausgang ungewiss – man erhoffte sich eine Attraktivitätssteigerung und mehr Besucherströme. Auch wenn Studien zeigen, dass wegen eines Schwimmbades nicht mehr Touristen kommen. In Kiel gilt das Prinzip Hoffnung. Man meints ja nur gut.

Ich will gar nicht jedem Ratsmenschen eine gute Absicht in Abrede stellen. Vielleicht ist es bei manchem auch nur Naivität gewesen, die sie damals 2009 dem Wahnsinnsprojekt hat zustimmen lassen.

Seit 30.5. soll Katzheide wieder geöffnet sein. Zumindest dieses Jahr kann man hoffen, dass es erhalten blieben wird. Langfristig will die Stadt Kiel sicher ganz aussteigen aus der Bäder-Bereitstellung. Man will möglichst viele Dienstleistungen auslagern in selbständige GmbHs und damit als Aufgabe loswerden. Das ist die eigentliche, große Geschichte hinter dem ganzen hin und her. Jeden Monat und jedes Jahr kommt man dem Ziel näher sich der Verantwortung und somit den Kosten entledigen zu können. So wie die Stadt Kiel gestrickt ist, wird man jetzt das Zentralbad sicher  ganz privaten Investoren überlassen. Wahrscheinlich schießt man dann noch ein paar Millionen zu, damit sie es auch tun. Dann geht der Investor Konkurs und das Geld ist weg und es steht immer noch kein Bad. Dabei wäre es alles viel einfacher: Kleine Lösungen, insbesondere für Gaarden: Ein Kombibad muss nicht so teuer sein, wie vergleichbare Projekte anderer Städte zeigen. Aber das ausgegebene Geld ist weg. Kiel hat offenbar viel zu viel Geld – bzw. es liebt seine Investoren so innig, dass es das Geld gerne ohne Bedingungen verschenkt. Die stößt allerdings nicht auf Gegenliebe. Denn wie wir alle gelernt haben ist das Kapital ja ein scheues Reh ;-)

5.-8 Mai Gaardener Kulturtage 2011

Es ist mal wieder so weit – am Donnerstag sollen die Gaardener Kuturtage 2011 beginnen.

Viel zu erwarten ist, wie üblich, nicht.

Eröffnung ist am 5.5. um 18 Uhr:
In diesem Jahr bei der jüdischen Gemeinde Kiel und Region in der Wikinger Str. 6

  • Grußworte durch muslimische, christliche & jüdische Vertreter.
  • Eröffnung der Kulturtage durch Kulturdezernent Gert Meyer.
  •     Im Anschluss auf dem Vinetaplatz:
    • Kleine kulturelle Beiträge verschiedener Religionen und Kulturen.

[PROGRAMM]

Seltsam die Vorstellung, dass das wesentliche bei einem interkulturellen Austausch die Religionen sind, wo doch seit Jahrtausenden immer die Unterschiede betont werden.

Genau so wie bei der Islamkonferenz. Es gibt viele BürgerInnen, die Religion nicht in den Vordergrund stellen. Die sind zumeist diejenigen, die gemäßigter sind. Angehörige eine Religion, die sich darüber definieren werden sich nie annähern außer ggf. über Abgrenzungen, die z.B. viele monotheistische Religionen von dem aufgeklärten Geist  unterscheiden.

Religionen sind zwar Teil unserer Gesellschaft, jedoch “stilbildend” für die Demokratie waren aber DenkerInnen, die über den Gottesbezug hinausdachten. Unsere heutigen PolitikerInnen versuchen uns einzureden, dass die alten Religionen wie das Christentum unsere modernen Demokratien erschufen. Das Gegenteil ist aber wahr – ich sage nur Religionskriege, Hexenverbrennung, Teufelsaustreibungen, uvm. Religionen stehen für ein rückständiges Denken. Eine Annhäherung von Kulturen kann m.E. nur jenseits von Religionen erfolgen. On man  es nun Humanismus nennt oder Menschenrechte, unveränderbare Freiheiten, …

Leider werden Religionen immer noch glorifiziert und trotz ihrer brutalen Geschichte als diejenigen angesehen, die für Versöhnung stehen. Alleine die Frage ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht zeigt, das in Religionsfragen eher Gräben aufgemacht als zugeschüttet werden.

Wo werden eigentliche mal die Atheisten gefeiert?

Sonst was interessantes im Programm? Naja das vielleicht: “Filmvorführung: „ Herbstgold “ – Film von Regisseur Jan Tenhaven zur Leichtathletik WM der Senioren 2009 im finnischen Lahti.” Das klingt so absurd, das wird bestimmt lustig – und das ganze im Mietertreff der KIV, Samstag, 7. Mai 15 Uhr

Schöne Scheiße

Das Entrée des Park zum Brook von der Bielenbergstraße aus ist auf seine Art ja faszinierend. Aber gut, dass man für 300.000 € eine neue, barrierefreie Brücke gebaut hat?

Es ist ja nicht so, dass solche Bilder neu wären. Aber um das zu beseitigen müßte man ja etwas mehr Geld ausgeben.

Inzwischen ists den Politikern offenbar auch wieder total egal. Die komischen Baustellen-Baken liegen da kreuz und quer:

Lustig auch die Tatsache, dass wie ich mir habe berichten lassen, dass der Flusslauf mit Steinen teilweise begradigt wurde. Dies sollte nach Aussagen von Herrn Eggebrecht vom Grünflächenamt hätte das bereits nach der OBR-Sitzung am 8.12. beseitigt werden soll. Bestätigt hat er das bei der Eröffnung am 21. Dezember.:

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