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Neuer Vinetabrunnen eingeweiht

Am Mittwoch den 14.07.2010 wurde der neugestaltete Vineta-Brunnen eingeweiht:

Einweihung des Vinetabrunnens

Einweihung des Vinetabrunnens

Der Herr im gestreiften Hemd und dem weissen Vollbart ist Bruno Levtzow der Ortsbeiratsvorsitzende.

Auf der Ortsbeiratssitzug wurde bekannt, dass die versenkbaren Glascontainer nicht so schnell kommen werden, weil der Grundwasserspiegel zu hoch ist. Sehr lustig.

Das “Lichtkonzept” sieht übrigens so aus, dass vier neue Bäume (Linden) von unten angestrahlt werden. Also wieder neue Lichtverschmutzung und für die Bäume auch sehr schlecht. Aber da die Baumscheiben eh in Zukunft zu klein sind, passt ja wieder alles. (Update:) Zum Effekt von Linden können wir uns schon mal drauf einstellen, dass ähnliches passiert wie in Lübeck.

Ansonsten hat man noch ein paar hässliche Blumenkübel um den neuen Brunnen herumdrapiert. Schon vor der Einweihung wurde der Brunnen schon von einer Frau mit ihrem jungen Hund eingeweiht (im Bild im Brunnen bei der zweiten Rund nach der Einweihung) . Ganz anders als sich die offiziösen Herren und Damen das vorgestellt hatten. Gaarden live eben. Bis jetzt sieht das alles nicht nach den 200.000 Euro aus, die da investiert werden sollten. Bisher vor allem nach rausgeschmissenen Geld. Aber Kiel hats ja? Ich weiss es gibt Geld vom Bund – aber mit dem Geld erhöht sich immer der Eigenanteil. Also kosten Subventionen Geld. Subventionen lohnen sich nur, wenn es sich um sinnvolle Investitionen handelt. Also Dinge, die so oder so aus dem Stadtsäckel bezahlt worden wären.

Sitzgelegenheiten sucht man vergebens. Aber dafür werden dann wohl bald die Blumenkübel gebraucht, die auch hervorragend als Aschenbecher taugen. Und mit dem neuen Brunnen hat man auch eine neue schön glatte potentielle Graffiti-Oberfläche geschaffen. Mitten im Zentrum. Respekt! ;-)

Neuer Sport- und Begegnungspark

Ich habe mir die Umbauten im Sport – und Begegnungspark mal wieder angesehen – und ich bin nicht begeistert.

Flächenversiegelung

Eines unserer Hauptprobleme ist die Flächenversiegelung. Die bisherigen Sandwege wurden zu “Asphaltautobahnen” ausgebaut. Barfuß gehen wird darauf im Sommer auf jeden Fall weh tun, was bei dem um die Ecke liegenden Freibad Katzheide nicht selten vorkommen  würde.

Asphaltweg

Ich zitiere mal aus der Wikipedia:

Flächenversiegelung oder Bodenversiegelung bezeichnet das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke des Menschen. Von Flächenversiegelung wird deshalb gesprochen, weil in den Boden kein Niederschlag mehr eindringen kann und so viele der dort normalerweise ablaufenden Prozesse gestoppt werden.

Bodenversiegelung wirkt sehr negativ auf den natürlichen Wasserhaushalt, da der Boden nicht mehr als Puffer dient. Der oberflächliche Abfluss wird gesteigert und die Grundwasserspende verringert. Die Grundwasserbelastung und Stoffkonzentration steigt, da bei punktueller Versickerung des Niederschlages weniger Nähr- und Schadstoffe im Boden gefiltert werden können.

Primär werden durch den Bau von Straßen, asphaltierten Wegen und Plätzen, Häusern, Gewerbe- und Industrieanlagen freie Flächen in so großem Umfang versiegelt, dass Oberflächenwasser (Regenwasser) nicht mehr versickern kann und der natürliche Wasserkreislauf empfindlich gestört wird.

Die Flächenversiegelung stellt in dicht besiedelten Gebieten der industrialisierten Länder eines der drängendsten ökologischen Grundprobleme dar, weil z. B. die im Boden befindlichen Lebewesen nicht mehr zur Erdoberfläche vordringen können.

Ein weiteres Problem der Versiegelung ist, dass die überwiegend dunklen versiegelten Flächen (Asphalt) sehr viel Wärme absorbieren. So kommt es im Sommer zu einer starken Erwärmung der Stadt.

Dazu gibt es auch eine Broschüre des Naturschutzbundes (NABU)

Bei den Leitbildern des Sport- und Begegnungspark taucht auch das Wort Umwelt nicht auf.  Da passt wieder mal eins zum anderen.

Spielgeräte & Öffentliche Grills

Blauer Boden und der Charme von Transformatorenhäuschen. Kein Wunder, das der Park bereits einen Preis bekommen hat. Ich habe von den Spielgeräten jetzt keine Fotos, weil die gerade bespielt wurden. Nach meinem Dafürhalten werden die Spielgeräte aber kaum dem Zerstörungspotential von Jugendlichen standhalten. Dafür sind sie von vorne herein falsch ausgelegt. Und wer zahlt dann, wenn sie immer wieder erneuert werden müssen. ich kann mir ja heute schon das Gejammer vorstellen.

Die Grillplätze sehen kurz nach der Eröffnung schon ganz schön durch aus. Wie z.b. dieser Tisch:

Tisch

Und die Grills selbst, naja – Grillreste vom Vortag… macht das Spaß?

Grill

Es wird wohl auf Dauer eine Menge mehr Müll anfangen. Mal sehen wie sich das entwickelt. Die öffentlichen Mülltonnen waren da ja schon immer überlastet, weil die Kleingärtner da auch ichren Müll entsorgt hatten. Na dann haben wenigsten die Krähen und Möwen immer genug Futter – schön das man auch an die denkt.. ;-)

Überwachungspersonal

Die Präsent von Überwachungspersonal löst ein Gefühl der Gefahr, Überwachung und Bedrohung aus. Kein gutes Gefühl um einen Aufenthalt zu genießen.

Verordnete Gemütlichkeit

Geht es nur mir so, dass ich bei sowas Kotzen muss?

Bank

Wenn die Stadtplaner anfangen ists hinterher immer schlimmer als vorher. 750.000 Euro haben sie hier versenkt. Das nennt man dann drastische Sparmaßnahmen?

Fläche

Der Pinkelstein

Sie haben einen Stein aufgestellt. Man sagte mir, der soll mal zum Klettern da sein. Meine persönliche Theorie ist aber, dass es ein Pinkelstein sein und Graffiti Raum bieten soll. Und so war er denn schon Wochen vor der Eröffnung, als er noch eingezäunt war bereits verziert. Klar – an dieser Stelle. Ich hoffe er war sehr teuer? Tut mir leid wenn ich hier zynisch werde, wenn ich so viel geballten Schwachsinn auf einmal erlebe. S’il vous vouplaît:

Pinkelstein

hmhmhm … und dann noch von der anderen Ecke der Brücke:

Brücke

Fazit

In Gaarden wird das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen. Wo gespart werden könnte wird geklotzt und da wo es dringend gebraucht wird, verweigert  man sich komplett. Zynisch da Todeskinos Kommentar:

„Dieses Projekt macht deutlich, dass viel erreicht werden kann, wenn die Menschen und engagierten Vereine in den Stadtteilen sich aktiv an der Planung beteiligen.“

Ja, was erreicht werden kann sieht man jetzt: An den Nutzern vorbei geplant. Nicht einmal die unmittelbaren Anwohner wurden zur Bürgerbeteiligung befragt. Das das aber nichts werden würde war schon lange klar – aber wenn Du da versuchst was gegen zu sagen, wirst Du ja gleich nur als Verhinderer abgestempelt. Das Geld ist weg und der Schund steht, die Flächen sind versiegelt. Schönen Dank! :-(

Stilblüten im Mai (oder: schön sieht anders aus…)

Dies gehört wieder zu der Kategorie Stilblüten. Und ich bin freue mich auch im Mai eine präsentieren zu dürfen.

Dieses mal geht es um den neu geschaffenen “Gaardener Balkon” Nach wie vielen Jahren Bauzeit (?) hat man nun endlich einen wichtigen Bauabschnitt an der Hörn fertiggestellt, der ein Bindeglied zwischen West- und Ostufer darstellen soll. Es heisst ja immer “was länger wehrt wird endlich gut” und so sieht es auch Herr Albrecht:

Dieser Platz ist ein schöner Ort zum ausspannen, schauen und eignet sich hervorragend zum studieren an der frischen Luft. Ein schöner Platz für alle Kieler mitten in Gaarden.

Daran gibt es nun einiges anzumerken: Zum einen ist die Kai-City-Kiel nicht in der Mitte Gaardens, sondern am äußersten Rand. Man hat sich sogar bemüht namentlich von Gaarden zu distanzieren. Zum anderen ist es tatsächlich eine Ansichtssache, denn wie ich im Titel schon schrieb: Schön sieht anders aus! Hier das Beispiel von Herrn Albrecht:

Gaardener Balkon

Gaardener Balkon - Betonlandschaft mit "Kunst am Bau"

Die gräßliche Statue wollten die auf dem Westufer nicht mehr haben, also haben wir sie nach Gaarden bekommen – zur Abschreckung aller, die es doch wagen hierher zu kommen. ;-)
Diese Betonlandschaft ist alles andere als ansprechend. Die Bäume werden in kleinen runden Öffnungen eingepfercht, die mit Blähton aufgefüllt werden. Wie nicht anders zu erwarten wird dieser natürlich von gelangweilten Jugendlichen gerne herausgeräumt. So eine Einladung zum Spielen lassen die sich nicht entgehen – was auch prompt wieder Thema im Ortsbeirat wurde. Wahr ist, das in dem Bereich alles falsch gemacht wurde und wird, was man nur falsch machen kann. Unter dem Vorzeichen der Investorenfreundlichkeit, hat sich die Stadt Kiel über den Tisch ziehen lassen und es verpasst die Ecke tatsächlich attraktiv zu gestalten. Das Schmidbau, das ich immer nur “Müllsortieranlage” bezeichne, wird für Jahrzehnte dort das Stadtbild prägen, genau so wie der gänzlich misslungene “Gaardener Balkon”. Vor allem hat man es hier versäumt einen einfachen und schnellen Übergang zu machen auch für Rollstuhlfahrer, Radfahrer und Kinderwägen. Grundsätzlich können die Höhen zwar überwunden werden, aber aus einer recht großen Höhe von der Straße herunter zur Klapptnicht-Brücke. Was den Weg erheblich verlängert und auch für andere Fußgänger wie auch ältere Fußgänger vieles kompliziert. Wie schon bei der Brücke an der Gaardener Schwimmhalle steht zu befürchten, das hier die Treppenstufen im Winter oftmals extrem glatt sein werden. Am Westufer hat man ja ähnlich intelligent den Eingang an der Ostseite zum Bahnhof auf den letzten Metern noch mit ein paar Treppenstufen versehen. Gehts eigentlich drum barriierefrei zu bauen oder Barrieren aufzubauen. Dazu fällt mir auch noch ein, dass man bei der neuen Gablenzbrücke auch vergessen hatte daran zu denken. Man würde ja vermuten im Jahre 2009 würde mal ein Umdenken einsetzen. Aber Städtebauer in Kiel lieben Treppen, eingepferchte Bäume und sonstige Straßenmöblierung.

All denen, die sowas lieben sei das Buch “Die Verordnete Gemütlichkeit” von Wolf Jobst Siedler empfohlen.

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