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POINTER: Neue Neonazi-Laden in Kiel? [Gaarden]
Am Kieler Vineta-Platz eröffnete Anfang Dezember 2012 ein Geschäft mit Namen “PLS-Werkzeuge”. Vordergründig wirbt das Geschäft damit, ein “An- und Verkauf” zu sein und Schlüssel und Gravuren zu vertreiben. Wie ein tieferer Blick in das Sortiment bestätigt, handelt es sich dabei hauptsächlich um Einbruchswerkzeug und Bewaffnung. (Quelle & Mehr: http://quimera.noblogs.org/2013/neuer-neonazi-laden-in-kiel/)
Rede von Oberbürgermeister Torsten Albig vor der Kieler Ratsversammlung zu Entwicklungsperspektiven für den Stadtteil Gaarden am 17. Februar 2011
Ich zitiere hier einmal die Rede von Oberbürgermeister Albig und seinen Plänen zu Gaarden. Ich werde in einem späteren Beitrag darauf eingehen:
Es gilt das gesprochene Wort:
Frau Stadtpräsidentin,
meine sehr geehrten Damen und Herren,vor etwas mehr als 110 Jahren wurde Gaarden-Ost nach Kiel eingemeindet, neun Jahre später folgte Gaarden-Süd. Diese Ostufer-Stadtteile erlebten im Laufe dieses Jahrhunderts ein beispielloses Auf und Ab. Die Werften machten Gaarden groß, und Krisen im Schiffbau – nach dem Ersten, dem Zweiten Weltkrieg und in der Neuzeit – sorgten auch immer wieder für den Abstieg. Die Krise hält bis heute an, denn der Schiffbau wird keine nachhaltigen Entwicklungsimpulse mehr in diese Stadtteile senden. Die Branche sucht, wenn überhaupt, ausgewählte Spezialisten und bietet kaum noch industrielle Massenarbeit. Das hat über die Jahre zu einem Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen auf den Werften geführt. Und diese Zahl muss durchaus mit dem Faktor vier multipliziert werden, wenn wir verbundenes und assoziiertes Gewerbe betrachten.
Heute erleben wir besonders mit Gaarden-Ost einen Stadtteil, der keineswegs das ist, wozu ihn einzelne Zeitungsberichte bereits stempeln wollten: Gaarden, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist keineswegs eine No-Go-Area, sondern für Kiel vielmehr ein Must-Have. Denn Gaarden hat ein großes Potenzial. Wir müssen aber unsere Kräfte besser bündeln und neu ausrichten, um dieses Potenzial zu heben. Das Ziel möchte ich dabei unmissverständlich formulieren: Es geht darum, diesen Stadtteil, mit den Menschen, die dort leben, voran zu bringen. Wir müssen die Bewohnerinnen und Bewohner fördern aber auch fordern, denn nur aus diesem Zweiklang wird die Kraft zur Entwicklung wachsen. Wir wollen Veränderung mit den Menschen in Gaarden. Es geht nicht darum, Straßenzüge aufzuwerten, die Wohnbevölkerung auszuwechseln und damit die Probleme bestenfalls zu verschieben.
Wer in Gaarden etwas bewegen will, und das sind in dieser Stadt viele, muss sich schnell den Vorwurf der Gentrifizierung gefallen lassen. Diese Vokabel bezeichnet die soziale Umstrukturierung innenstadtnaher Bereiche, die ärmliche Viertel schnell in Modellprojekte der Luxussanierung verwandelt. Das war, ist und wird nie unser Ziel für Gaarden sein. Über 5.000 Einzelpersonenhaushalte und Familien in Gaarden brauchen die Hilfe des Staates. Die sollen sie auch in Zukunft erhalten. Doch wir wollen, dass mehr Menschen auf eigenen Füßen stehen können, dass wir Familien aus der Abwärtsspirale reißen, die Generation auf Generation in den Abgrund der Abhängigkeit von sozialen Transferleistungen reißt.
Und dieser Abgrund kann tief sein. Etwa 100 Millionen Euro fließen pro Jahr von Bund, Land und Kommune an sozialen Transferleistungen auf das Kieler Ostufer. Gut die Hälfte davon landet allein in Gaarden. Allein dieser Wert macht umso deutlicher, dass es an der Zeit ist, unsere Hilfen, Fördermaßnahmen und Angebote kritisch zu überprüfen und sie neu auszurichten.
Die Förderung muss in Gaarden ein neues Gesicht bekommen, damit wir nicht länger riesige Millionenbeiträge ausgeben, allein um Menschen zu alimentieren und soziale Fehlentwicklungen zu zementieren. Damit mich niemand missversteht: Hilfe ist heute und bleibt auch morgen notwendig! Wir wollen niemanden zurücklassen. Aber wir wollen mehr Menschen die Chance geben, ihr Schicksal auch wirtschaftlich wieder selbst zu bestimmen.Dabei ist in Gaarden in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten unendlich viel passiert. Über kaum einem Gebiet der Landeshauptstadt liegt ein so engmaschiges Netz an Hilfsangeboten, Initiativen, Einrichtungen und Vereinen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Menschen zu helfen, denen es weniger gut geht. Und machen wir uns nichts vor: Hätte es diese Hilfen nicht gegeben, wäre die Situation in Gaarden erheblich schwieriger, als sie es heute ist. Darum ist auch hier und heute der Tag, den Menschen zu danken, die sich in Gaarden engagieren – ganz gleich, ob sie das hauptberuflich tun oder ob sie sich in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen einsetzen.
Als Stichworte möchte ich Ihnen gerne Stadtentwicklungsprogramme wie Urban oder Soziale Stadt nennen. Zuletzt mit dem Sport- und Begegnungspark! Die soziale Infrastruktur zum Beispiel im Bereich der Kinderbetreuung wird kontinuierlich ausgebaut. Angebote der Sozial- und Arbeitsverwaltung sind weiter vernetzt worden. Das Mehrgenerationenhaus wurde zu einer Anlaufstelle für Familien hergerichtet. Die Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund werden stetig erweitert. Mit dem Trinkraum haben wir mit der Hilfe von Hempels viel beachtete bessere Angebote in der Suchtkrankenhilfe geschaffen. Unsere Sozialarbeit geht mehr auf die Menschen zu, wir unterstützten Initiativen und Vereine im Stadtteil, es werden Begegnungen und Stadtteilfeste gefördert.
All die genannten Maßnahmen haben den durch externe Faktoren ausgelösten Wandel im Stadtteil abgemildert und positiv beeinflusst. Sozialarbeit allein schafft es aber nicht, die negative Entwicklung umzukehren. Was Gaarden braucht, und dafür steht diese Geschäftliche Mitteilung, ist deshalb ein vernetzter Ansatz, eine Sichtweise auf die Herausforderungen, in der nicht nach Bedarf mal die sozial-, die finanz- oder die wirtschaftspolitische Brille aufgesetzt wird.
Lassen Sie mich beim Thema Lokale Ökonomie beginnen: Was Gaarden dringend braucht, ist Kaufkraft. Denn Kaufkraft zieht Gewerbetreibende an, die nicht nur für ein vielfältiges Waren- und Dienstleistungsangebot, sondern vor allem auch für Arbeitsplätze sorgen. Die Einrichtung unseres Wirtschaftsbüros wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Gemeinsam mit der KIWI wollen wir auch den Wirtschaftsstandort stärken, wir wollen die sozialen und die wirtschaftlichen Eckpunkte zusammenführen. Wir müssen das wirtschaftliche Engagement in Gaarden aktivieren. Dieser Stadtteil muss für Handwerk, Handel und Gewerbe wieder attraktiver werden.
Wirtschaftliches Engagement ist ein Stichwort, das mich unmittelbar an einen der vielen Punkte um die Diskussion Gaarden führt, bei dem wir uns entscheiden müssen, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist. Denn wer über Gaarden spricht, der spricht auch über ein Gebiet, in dem überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Wer darin nur Probleme sieht, dem rate ich dringend, seine Sichtweise neu zu justieren. Denn Kielerinnen und Kieler mit Migrationshintergrund bringen natürlich Herausforderungen an die etablierte Gesellschaft. Aber gerade bei Ihnen finden wir immer öfter auch den vielzitierten Unternehmergeist, den wir bei anderen so oft vermissen. Handwerker und Händler sind dabei genauso willkommen, wie der Falafelladen in der Wikingerstraße oder der türkische Imbiss an der Ecke.
Gaarden, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat das Zeug dazu, wieder ein Einkaufs- und Wirtschaftsstandort zu werden. Allein die hervorragende Lage in unmittelbarer Citynähe und die gute Anbindung an den Fernverkehr via Hafen und Bahnhof spricht für Gaarden. Hören wir endlich auf, Gaarden schlecht zu reden. Tun wir endlich das Richtige!
Wollen wir Gaarden aufwerten, müssen wir das Image dieses Stadtteils gründlich korrigieren. Zur Wahrnehmung der Menschen gehören dabei nun einmal Sicherheit und Sauberkeit. Wenn sich zum Beispiel Menschen mit Suchtproblemen an der Bushaltestelle Ecke Elisabethstraße/Karlstal massieren, dann entstehen Bereiche, in denen Menschen sich nicht mehr wohl fühlen; in denen Menschen Angst haben. Darunter leiden am genannten Ort diejenigen, die einen Bus nehmen oder im nahegelegenen Supermarkt einkaufen wollen. Auch die Schülerinnen und Schüler der Hans-Christian-Andersen-Schule, die derzeit täglich zum Mittagessen ins Mehrgenerationenhaus kommen, sollten nicht in konfliktreiche Situationen mit Suchtmittelkonsumenten am Vinetaplatz kommen.
Darum streben Stadt und Polizei eine besondere Sicherheitspartnerschaft für Gaarden an, damit Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit und Nutzungsinteressen der beschriebenen Personengruppen in Einklang gebracht werden können. Im Zweifel muss das heißen, dass die Ordnungsbehörde im Verbund mit der Polizei dafür sorgt, dass allgemein akzeptierte Regeln auch im Zentrum Gaardens eingehalten werden. Niemand wird vertrieben, aber auf die Angebote wie zum Beispiel den Trinkraum verwiesen. Wer die sozialen Einrichtungen partout nicht nutzen will und sich besonders auffällig und abweichend verhält, muss mit einem Platzverweis rechnen.
Die Herausforderungen in Gaarden lassen sich aber nicht nur in der örtlichen Konzentration von Menschen in schwierigen Lebenslagen ablesen. Auch der Zustand einiger Häuser und Straßenzüge in einem ansonsten architektonisch hochattraktiven Umfeld lässt erkennen, dass einige Eigentümer ihren Wohnungsbestand ausschließlich ausbeuten, ohne in Sanierung und Instandhaltung zu investieren. Das führt zu sichtbarem Abstieg und Verfall. Neben stadtplanerischen Maßnahmen und Appellen prüfen wir derzeit, ob wir energetische Sanierungen fördern können. So wäre es denkbar, bei energetisch sanierten Häusern einen Zuschlag zur Kaltmiete in Höhe der ersparten Heizkosten im Rahmen der Mietobergrenzen für Transferleistungsempfänger zu akzeptieren.
Eine solche Förderung wäre in mehrfacher Hinsicht wirkungsvoll: Vermieter können Investitionen in ihre Gebäude langfristig refinanzieren, sie liefert einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz, wir federn steigende Energiepreise ab, und wir geben Impulse für Handwerk und Beschäftigung. Auch eine gemeinsame Wohnungsbaugenossenschaft mit Akteuren am Wohnungsmarkt könnte helfen, zum Beispiel durch den Erwerb verwahrloster Wohnhäuser die Situation für die Menschen zu verbessern. Ob diese Option in Kombination mit Wohnungsbauförderung des Landes umsetzbar ist, müssen wir aber erst noch in Gesprächen mit der Wohnungswirtschaft klären. Straßen und Plätze des Stadtteils müssen wir planerisch und in der Umsetzung in Orte verwandeln, die zur Begegnung einladen.
Als letzten Punkt möchte ich heute auf die Chance zur Teilhabe eingehen. Wer die Situation in einem Quartier nachhaltig verbessern möchte, wird das nur mit den Menschen erreichen. In einem so bunt gemischten Stadtteil wie Gaarden wird es deshalb darauf ankommen, den Zusammenhalt der Menschen dort vor Ort zu stärken. Die Menschen in Gaarden werden die Entwicklung ihres Lebensbereiches nur dann als gemeinsame Aufgabe erkennen, wenn sie die Lebenswirklichkeiten ihrer Mitmenschen auch wahrnehmen. Das gilt umso mehr für den besonders großen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Unser gemeinsames Integrationsmonitoring mit der Christian-Albrechts-Universität liefert wichtige Ansätze für die Antwort auf die Frage: Wie schaffen wir Integration und Teilhabe für Zuwanderinnen und Zuwanderer mit völlig unterschiedlicher Motivation und Herkunft?
Unabhängig von diesen Ergebnissen ist Kultur ein Transmissionsriemen, der wichtige Beiträge leisten kann. Wer am kulturellen Leben teilhat, wird nicht nur geistig erbaut, sondern erhält auch Einblick in Sitten, Gebräuche und andere Wertvorstellungen. Darum habe ich Stadtgalerie, Theater, Oper und Volkshochschule aufgefordert, Beiträge zu liefern. Dazu brauchen wir Präsentationen und Auftritte im Stadtteil. Wir müssen bekannte Formate wie Interkulturelle Woche oder Gaardener Kulturtage ausbauen und weiterentwickeln.
Ein zentraler Punkt in Sachen Teilhabe ist auch das Bildungspaket. Kiel hat hierbei hervorragende Vorarbeit geleistet und ist bereit, als Vorreiter dafür zu sorgen, dass besonders Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien bessere Bildungschancen erhalten. Das eröffnet den Betroffenen Chancen, wenn der Streit in Berlin denn endlich beendet ist, schafft aber auch Herausforderungen in den Bereichen Lernförderung, Kultur, Sport und Mitmachen. Auch dort sind besonders Volkshochschule, Musikschule und Stadtgalerie gefordert. Wir brauchen auch noch mehr Kraft für das Projekt “Kids in die Clubs”. Damit können wir die bereits ansehnliche Lerninfrastruktur im Stadtteil noch weiter verbessern.
Auch die Kindergartenbedarfsplanung müssen wir uns allen Anstrengungen zum Trotz noch einmal gründlich ansehen. Unsere Betreuungsangebote in Gaarden besonders auch für Kinder unter drei Jahren müssen wir noch stärker fördern. Dabei geht es zum einen um den Rechtsanspruch, zum anderen aber noch viel mehr um die Chance benachteiligter Kinder. Denn der Bildungsprozess beginnt im frühkindlichen Alter. Kinder in Problemgebieten, die nicht bereits in diesem Alter erreicht werden, dürften es später umso schwerer haben.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
“Gaarden ist bunt und vielfältig”, hieß es vor einigen Jahren in einer Imagekampagne. Es ist an der Zeit, diese Buntheit als Chance zu erkennen, in der große Potenziale ruhen. Das ändert aber nichts daran, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen. Die vielen guten Initiativen müssen neu ausgerichtet werden. Es darf keine Doppelangebote geben. Das hilft uns, mehr Erfolg zu haben, und das hilft uns, Mittel einzusparen. Diese Mittel müssen wir dann nehmen, um sie an anderer Stelle auch zu Gunsten von Gaarden einzusetzen. Denn dieses von mir vorgestellte Programm ist kein Konsolidierungspaket. Wir wollen Leistungen verbessern.
Darum wird unter der Leitung meines Büros eine Dezernate und Ämter übergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die im ständigen Dialog mit Fachausschüssen, Ortsbeiräten und Kooperationspartnern Umsetzungsstrategien vereinbart. Bitte rechnen Sie dabei nicht auf breiter Front mit Ergebnissen in den nächsten Tagen und Wochen. Wir werden auf einigen Feldern einen langen Atem brauchen. Bildung und berufliche Qualifikation sind zum Beispiel Bereiche, in denen wir fast in Generationen denken müssen. Doch Gaarden und die Menschen, die dort leben, sind diese Anstrengungen mit langem Atem wert. Gaarden hat Zukunft, und Kiel steht zu seinem besonderen Stadtteil!
Trinkraum in Gaarden eingeweiht
- Siehe Kieler Nachrichten: Trinkraum in Kiel-Gaarden stößt auf internationales Medieninteresse.
Neuer Vinetabrunnen eingeweiht
Am Mittwoch den 14.07.2010 wurde der neugestaltete Vineta-Brunnen eingeweiht:
Der Herr im gestreiften Hemd und dem weissen Vollbart ist Bruno Levtzow der Ortsbeiratsvorsitzende.
Auf der Ortsbeiratssitzug wurde bekannt, dass die versenkbaren Glascontainer nicht so schnell kommen werden, weil der Grundwasserspiegel zu hoch ist. Sehr lustig.
Das “Lichtkonzept” sieht übrigens so aus, dass vier neue Bäume (Linden) von unten angestrahlt werden. Also wieder neue Lichtverschmutzung und für die Bäume auch sehr schlecht. Aber da die Baumscheiben eh in Zukunft zu klein sind, passt ja wieder alles. (Update:) Zum Effekt von Linden können wir uns schon mal drauf einstellen, dass ähnliches passiert wie in Lübeck.
Ansonsten hat man noch ein paar hässliche Blumenkübel um den neuen Brunnen herumdrapiert. Schon vor der Einweihung wurde der Brunnen schon von einer Frau mit ihrem jungen Hund eingeweiht (im Bild im Brunnen bei der zweiten Rund nach der Einweihung) . Ganz anders als sich die offiziösen Herren und Damen das vorgestellt hatten. Gaarden live eben. Bis jetzt sieht das alles nicht nach den 200.000 Euro aus, die da investiert werden sollten. Bisher vor allem nach rausgeschmissenen Geld. Aber Kiel hats ja? Ich weiss es gibt Geld vom Bund – aber mit dem Geld erhöht sich immer der Eigenanteil. Also kosten Subventionen Geld. Subventionen lohnen sich nur, wenn es sich um sinnvolle Investitionen handelt. Also Dinge, die so oder so aus dem Stadtsäckel bezahlt worden wären.
Sitzgelegenheiten sucht man vergebens. Aber dafür werden dann wohl bald die Blumenkübel gebraucht, die auch hervorragend als Aschenbecher taugen. Und mit dem neuen Brunnen hat man auch eine neue schön glatte potentielle Graffiti-Oberfläche geschaffen. Mitten im Zentrum. Respekt!
Kaffeegeschäfte sterben und Spielhallen kommen
Nach dem Teehaus-Gaarden machte Arko zu – und nun auch das Kaffeegeschäft gegenüber (Was war das noch gleich?) zu. Also drei Kaffeegeschäfte in einer Straße in nur einem Monat!
Gleichzeitig scheint es so zu sein, als wenn im ehemaligen Mega-Shop (Elektrowaren, etc.) ein Sportwetten-Laden einzieht und bereits neu ist am Vinetaplatz im ehemaligen Schönfelder und dann Bekleidungwaren auch ein Spielhalle eingezogen.
Ich weine Arko keine große Träne nach, weil ich da auch nie eingekauft habe – bei Tee-Gaarden schon – weil es auch keine Filiale war. Wieso werden eigentlich in Gaarden so viele Spielhallen zugelassen?
Ich verweise auch auf Vorlage – 0077/2007 aus dem Jahr 2007. Damals gab es 8 Spiehallen. Wie viele gibt es jetzt? Auf der anderen Seite gab es eine Bebauungsplanänderung im September 2009. Ist die noch nicht in kraft?
KN zu ‘Gaardener Bankenkrise’
Möchte nur kurz auf den Artikel „Bankenkrise“ ist knifflig hinweisen. Später mal mehr zu dem Thema.
Gaardener Stadtteilinitiative gegründet
Katzheide hat die Gaardenerinnen zusammengeschweisst. Am 19. November soll die große Entscheidung anstehen in der Ratsversammlung. Mittlerweile werden in der Gaardener “Innenstadt” kräftig Unterschriften gesammelt.
Ich selbst habe mich auch entschlossen diese “Stadtteilinitiative Gaarden” (SIG) zu unterstützen. Wie Leser dieses Blogs und von KielKontrovers (einem meiner vielen anderen blogs) wissen, beschäftige ich mich schon länger mit der Situation der Kieler Bäderlandschaft. Was da die letzten Jahre passiert ist, stinkt zum Himmel. Die Argumentationen mit der Finanzierung sind verlogen. Wie ich bereits nachwies hat man z.B. bei der Lessinghalle bewusst einen Wettbewerb ohne Limit ausgelobt – Noch mal das Zitat der Ausschreibung hier in Kürze “Ziel ist die denkmalgerechte Sanierung sowie die Attraktivierung des Schwimmbades unter funktionalen, technischen und energetischen Gesichtspunkten. Dabei soll das Angebot unter Berücksichtigung des Schul- und Vereinsschwimmens durch Fitness- und Wellnessangebote sowie eine attraktive Gastronomie erweitert werden. Angestrebt ist die Entwicklung eines hochwertigen Gebäudeensembles, das unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen vermag und gleichzeitig flexibel und zukunftsoffen orientiert ist. Im Rahmen einer denkmalgerechten, architektonisch und wirtschaftlich ausgereiften Entwurfslösung werden überzeugende Konzepte gesucht, die den Standort in seiner Attraktivität sichern und weiter steigern.” – Im direkten vergleich mit der geplanten Ausschreibung des Zentralbads”
Im Vergleich dazu die Ausschreibung zum Zentralbad (BV 0940/2009):
Vor der Umsetzung des Bauvorhabens ist ein Architektenwettbewerb durchzuführen, in dem auf die festgesetzte max. Bruttobausumme in Höhe von 17 Mio. € verwiesen wird.
1.2 Die in der Bausumme enthaltenen Kosten für die Herrichtung des Grundstücks als Bauland sowie die notwendige Baugrunduntersuchung werden als erste investive Mittel im Haushaltsplan 2010 in Höhe von 120.000,00 € im Produktbereich 42400201 zur Verfügung gestellt.
Der Unterschied macht sehr deutlich, wie man bei dieser Ausschreibung darauf achtete, dass sich Vorschläge auf jedem Fall in einem realisierbaren Rahmen bewegen – wohingegen die Ausschreibung der Lessinghalle besagt: “Lasst es mal so richtig krachen, spart nicht am Geld!!”
Was Katzheide angeht, so hat man dies definiert:
Nach Beschluss über den Bau eines Zentralbades wird über die künftige Nutzung des Geländes des Sommerbades Katzheide entschieden. Eine Option ist, dass die Liegenschaft nach seiner Außerbetriebnahme in die Verwaltung des Sport- und Begegnungsparks auf dem Kieler Ostufer übergeht.
Man will dabei die Kosten für Katzheide offenbar über irgendwelche Nebentöpfe finanzieren. Man lügt sich da schon wieder in die Tasche – erst streicht man bei den Subventionen, will dann Katzheide am liebsten aus der Bäderlandschaft rausnehmen und es dann querfinanzieren aus anderen Töpfen, obwohl es ein Bad ist. Dadurch kann man dann darauf verweise wie toll man bei Bädern gespart hat. Hat man natürlich nicht, wenn das Geld aus anderen Töpfen kommt. Nullsummenspiele! Anstatt klar auszuweisen wofür man Geld ausgibt und dazu zu stehen, versucht man Kosten zu verstecken.
Wenn ich mal raten sollte, so glaube ich auch nicht, dass in der Finanzkrise die sicher die nächsten 10-15 Jahre anhalten wird so etwas wie ein Mega-Zentralbad für 25 Millionen (inklusive Preissteigerungen) umgesetzt wird. Woher soll das Geld kommen? Und ob man spart ist sehr zweifelhaft.
Dahingegen stellt Katzheide einen wichtigen Wert dar. Für viele Kielerinnen ist Katzheide das schönste an Gaarden überhaupt!
Am 18.11. soll es in Gaarden einen bunten Laternenumzug geben (Treffpunkt Vinetaplatz). Anfang ist 18 Uhr. Wir wollen gemeinsam durch Gaarden ziehen um so sowohl Gemeinsamkeit in der Ablehnung zu demonstrieren, aber auch Kindern etwas zu bieten, dass sie genau so gerne mögen wie ihr Freibad!
Am 2. November Beteiligungsveranstaltung zum Vinetaplatz
- 2.11.09, 19 Uhr, Vinetazentrum
- Bürgerinformation zur Informationsveranstaltung
Zitat:
Ideen für die Gestaltung des Vinetaplatzes gesucht! Das Land Schleswig-Holstein fördert die Aufwertung des Vinetaplatzes in Gaarden mit 150.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II. Erste Ideen, für welche Projekte das Geld konkret verwendet werden könnte, haben die Koordinierungsstelle Vinetaplatz und das Stadtplanungsamt bereits zusammengetragen. Nun sind die Ideen der Gaardenerinnen und Gaardener gefragt. Das Büro Soziale Stadt Gaarden lädt hierzu am Montag, 2. November, um 19 Uhr interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Beteiligungsveranstaltung ins Mehrgenerationenhaus, Elisabethstraße 64, ein.
Quelle http://www.kiel.de/ortsbeiraete/kalender_beirat.php?18
Na mal sehen was da wird.
Die Brücke, die keiner wollte wird gebaut
Am Mittwoch berichtet die KN fälschlicherweise, dass 150.000 Euro, die ursprünglich im Kulturpaket II für den Bau einer Zweitbrücke im Park zum Brook vorgesehen wären, nun doch für den Vinetaplatz genutzt werden soll.
Wahr ist hingegen, dass die Mittel zuerst vom Vinetaplatz abgezogen wurden. Ich zitiere hier von den Kollegen vom Blogbeirat von der 271. Sitzung des Gaardener Ortsbeirates Punkt 7b:
Herr Wagner schlägt vor, die Mittel, die aus dem Konjunkturpaket für die Umgestaltung des Vinetaplatz vorgesehen sind, für die Errichtung einer barrierefreien Brücke im Brook zu verwenden. Da die vorgesehene Beteiligungsveranstaltung für die Umgestaltung des Vinetaplatzes nicht fristgerecht durchgeführt werden kann, und die Gelder ansonsten verloren wären, böte sich diese Vorgehensweise an. Herr Wagner sagt zu, daß die Mittel für den Vinetaplatz dadurch nicht verloren seien, sondern auch später noch ein entsprechendes Budget zur Verfügung stehen wird.
Der Ortsbeirat stimmt dem Vorschlag einstimmig zu.
Diese Vorgehensweise war aus verschiedenen Gründen zweifelhaft:
- Der Ortsbeirat kann gar nicht über eine Mittelverwendung entscheiden
- Dieser Punkt war vorher nicht auf der Tagesordnung
- Eine Vielzahl an Menschen hatte sich dafür ausgesprochen, die alte Brücke zu erhalten. Damit verbunden ist NATÜRLICH auch, dass das Bild nicht durch eine zweite Brücke verschandelt wird.
- Die Begründung des barrierefreien Übergangs ist witzlos – Rollstuhlfahrer können von unten kommend meist gar nicht den Park erklimmen, schon gar nicht im Winter – und niemand muss an dieser Stelle den Park queren, da es beidseitig barrierefreie Umwege gibt, die auch kürzer sind
Nun soll die neue Brücke also 400.000 Euro kosten und ist somit vom Tisch. Prima, eine Brücke die niemand wollte wird nun auch nicht gebaut. Gut, dass man dafür nun wieder extra Kosten für die Berechnung ausgegeben hat.
Hören Sie dazu auch meinen Audiobeitrag “Spaziergang im Park zum Brook am 15.02.2009“.




