Blog-Archive

Baustelle Zentralbad April 2013

baustelle-zentralbad

Baustelle des Zentralbades an der Gablenzbrücke. Das kleine Wäldchen wurde größtenteils gerodet und damit die einzige Grünverbindung zwischen Kiel Ost und Kiel West. In der Mitte auf dem Baumstumpf sitzt übrigens jemand, wenn ihr genau hinschaut. Die ist ein einfaches Panorama mit Hugin weitgehend automatisch erstellt — Dieses Werk (Baustelle Zentralbad April 2013, von Thilo Pfennig) unterliegt keinen bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen. http://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/

Innenministerium stoppt Kiels Verschwendungssucht

Auch das Zentralbad muss wohl fürs erste dran glauben. Wie die Kieler Nachrichten berichtet, darf Kiel nur 30 statt der gewünschten 55,8 Millionen an Krediten vom Land aufnehmen:

 

Das nun in unmittelbarer Nähe zu der Meldung, dass das Zentralbad deutlich teurer wird als vermutet.

Es war alles vorhersehbar. In einer Zeit, in der die Kassen immer knapper werden, sollte man nicht große Leuchtturmprojekte anschieben und schon einmal Millionen für Planungen und Wettbewerbe ausgeben, sondern kleine Brötchen backen. Das Zentralbad  hätte auch die Eintrittspreise für die Gaardener BürgerInnen angehoben. Wie sich das bei evt. steigenden Betriebskosten oder weniger Gästen verhalten hätte stand schon fest: Mehr Geld sollte es nicht geben. Das Zentralbad war für alle, die Dinge mit offenen Augen betrachten immer schon ein unkalkulierbares Risiko. Die Ratsversammlung aber hat durch die Bank weg entweder von Anfang an Beifall geklatscht (CDU,FDP,SPD,GRÜNE,SSW), oder das Zentralbad und den Erhalt von Katzheide irgendwann von der politischen Agenda gestrichen (LINKE, DD).

Die Lehren daraus sollten sein: Wir BürgerInnen wissens doch oft besser, als die selbsternannten Experten im Rathaus. Und wenn wir wollen, dass etwas verhindert wird, können wir uns auf keine VertreterInnen stützen.  Selber machen ist angesagt!

Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Sache entwickelt. Ich vermute, dass in der Ratsversammlung am 9. Januar das Jammern groß sein wird. Man hat den selben Fehler wiederholt wie beim Science Center. Und man hat wieder den Poker verloren.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Zentralbad nun doch gegen alle Widerstände ohne weiteres durchgezogen werden kann. Man hat nun aber viele wertvolle Monate verloren. Man hat auch nach der Erhöhung der Kosten die Zeit nicht genutzt das Thema “Kieler Bäderlandschaft” wieder aufzureißen. Augen zu und durch war die Devise. Es klang ja auch zu schön: Man würde mehr Bahnen haben zum Schwimmen und damit die Sportvereine zufrieden stellen – man hätte neue Freiflächen an zwei Standorten in Gaarden und gleichzeitig fiel der Stadt mit der alten Lessinghalle auch noch das “Articulum” in die Hände, das man hofft teuer vermarkten zu können. Ach ja und billiger als der Erhalt der drei anderen Standorte sollte es ja auch sein. Belege dafür gab es nicht. Wie ich schon oft schrieb wählte man bei der Lessinghalle den teuersten Entwurf und lehnte ihn dann ab, weil er zu teuer sei. Man wollte endlich mitspielen im Schwimmhallen-Poker – Ausgang ungewiss – man erhoffte sich eine Attraktivitätssteigerung und mehr Besucherströme. Auch wenn Studien zeigen, dass wegen eines Schwimmbades nicht mehr Touristen kommen. In Kiel gilt das Prinzip Hoffnung. Man meints ja nur gut.

Ich will gar nicht jedem Ratsmenschen eine gute Absicht in Abrede stellen. Vielleicht ist es bei manchem auch nur Naivität gewesen, die sie damals 2009 dem Wahnsinnsprojekt hat zustimmen lassen.

Seit 30.5. soll Katzheide wieder geöffnet sein. Zumindest dieses Jahr kann man hoffen, dass es erhalten blieben wird. Langfristig will die Stadt Kiel sicher ganz aussteigen aus der Bäder-Bereitstellung. Man will möglichst viele Dienstleistungen auslagern in selbständige GmbHs und damit als Aufgabe loswerden. Das ist die eigentliche, große Geschichte hinter dem ganzen hin und her. Jeden Monat und jedes Jahr kommt man dem Ziel näher sich der Verantwortung und somit den Kosten entledigen zu können. So wie die Stadt Kiel gestrickt ist, wird man jetzt das Zentralbad sicher  ganz privaten Investoren überlassen. Wahrscheinlich schießt man dann noch ein paar Millionen zu, damit sie es auch tun. Dann geht der Investor Konkurs und das Geld ist weg und es steht immer noch kein Bad. Dabei wäre es alles viel einfacher: Kleine Lösungen, insbesondere für Gaarden: Ein Kombibad muss nicht so teuer sein, wie vergleichbare Projekte anderer Städte zeigen. Aber das ausgegebene Geld ist weg. Kiel hat offenbar viel zu viel Geld – bzw. es liebt seine Investoren so innig, dass es das Geld gerne ohne Bedingungen verschenkt. Die stößt allerdings nicht auf Gegenliebe. Denn wie wir alle gelernt haben ist das Kapital ja ein scheues Reh ;-)

Gaarden braucht keine Aufwertung

Anläßlich der Planung einer neuen Selbstständigkeit habe ich mir noch einmal einige Zahlen zu Gaarden besorgt. Der Ruf von Gaarden ist schlecht. Seit Jahren wird alles mögliche hereingeworfen an Maßnahmen, was geht. Ein Programm nach dem anderen. Nun auch noch ein Wirtschaftsbüro und die Bürgerarbeit.

Doch ist das alles notwendig? Man könnte diesen Artikel mit

Wußten Sie schon?” übertiteln.

Kaufkraft

Alle denken in Gaarden geht es bergab. Wahr ist hingegen, dass die Kaufkraft in Gaarden zwischen 2005 und 2010 um acht Prozent zunahm.

Im kielweiten Vergleich werden auch viele denken, dass Gaarden ganz unten ist. Aber wie sieht es tatsächlich aus? Hier mal die Top 5 (von 18) Stadtteilen 2010:

  1. Hassee/Molfsee (427,5 Mio.)
  2. Mettenhof (377,6 Mio.)
  3. Düsternbrook (363,6 Mio.)
  4. Schilksee/Friedrichsort (358,2 Mio.)
  5. Gaarden (320,7 Mio.)

Wie geht das? Ganz einfach: Gaarden ist eines der größten Stadtteile in Kiel – und auch wenn die pro Kopf-Kaufkraft aufgrund weit verbreiteter Armut gering ist, so bedeutet das weder, dass die GaardenerInnen insgesamt wenig Kaufkraft hätten, noch das es nicht auch hier Leute geben würde, denen es besser geht. (Quelle: Gfk/ IHK)

Arbeitslosigkeit

Aber die Arbeitslosigkeit! Es wird doch immer alles nur schlechter!? Auch hier habe ich Zahlen verglichen zwischen 2005 und 2010. Ich habe dazu die “Arbeitslosendichte” genutzt (Quelle), die sich nicht auf die Erwerbstätigen als Vergleichsgröße bezieht, sondern auf Menschen im erwerbsfähigen Alter. Denn eine Arbeitslosenquote für Gaarden wird nicht gemessen:

  • 2005: 27,6 Prozent
  • 2010: 20,6 Prozent (minus 26,4 % !)

Kriminalität

Ich habe aus den Onlineartikeln der Kieler Nachrichten die Häufigkeit von Meldungen zu Raubüberfällen, körperlicher oder sexueller Gewalt in einem Zeitraum von Mai-Dezember 2009 ausgewertet. Das ist nicht wirklich aussagekräftig. Schwierig zu beurteilen sind z.B. Überfälle auf Taxifahrer. Hier eine Auswahl der Zahlen für die auffälligsten Stadtteile :

Stadtteil Nennungen Einwohner Einwohner/Nennung (je größer desto besser)
Gaarden 9 20774 2308
Mettenhof 7 23760 3394
Schrevenpark 6 11791 1965
Ellerbek 5 7733 1547
Innenstadt 4 10883 2720

Ich habe hier die Zahlen auch ins Verhältnis gesetzt zur Größe der EinwohnerInnenzahl. Man könnte natürlich offizielle Polizeistatistiken nehmen, aber dazu hatte ich weder die Zeit nich Muße. Deutlich wird dabei, dass in Gaarden mehr Überfälle, auch pro EinwohnerIn passieren als in Mettenhof. Dennoch ist es offenbar gefährlicher für Einzelne im Stadtteil Schrevenpark. Wobei dieser ja einen hervorragenden Ruf genießt. Wie wir hier ran und auch an der Kaufkraft sehen: Vollkommen zu Unrecht!

Fazit

Wir können also feststellen, dass sowohl die einzelnen GaardenerInnen mehr in der Brieftasche haben, als auch Gaarden insgesamt im Kieler Vergleich bei den oben fünf mitspielt (und damit z.B. den Stadtteil Schrevenpark auf Platz 11 hinter sich läßt!). Auch was die Erwerbstätigkeit angeht, so hat sich einiges verbessert. 2004/2005 auf dem Höhepunkt der Krise sah das ganze halt düsterer aus. Und da denke ich, dass viele Kieler sowohl diese Zeit und Zahlen noch im Hinterkopf haben, als auch Gaarden für die meisten Westufer-Kieler traditionell – und ich bin mir sicher schon zu Gaardens besten Zeiten einen schlechten Ruf hat. Als Westufer-Kid weiß  ich auch, was man da so munkelte. Im wesentlichen basiert das ganze auf Vorurteilen: Das ist halt das (Ex-)Proletarier-Stadtteil – da geht man nicht hin, da wohnt man nicht,…

Das hört man im übrigens selbst von Leuten, die hier wohnen oder gewohnt haben – oder vorhaben umzuziehen. Ich sehe da aber mehr den Einfluß eines erlernten Klassendenkens, als dass das ganze viel mit realen Fakten zutun hätte.

Was daraus deutlich wird ist, dass es offenbar mit Gaarden seit einigen Jahren stetig bergauf geht (sprich an der Situation der Bevölkerung). Das bedeutet, dass es keiner drastischen Maßnahmen oder gar einer Aufwertung bedarf, die dann eh nur einseitig zu lasten der bestehenden Bevölkerung geht. Bereits mit der Ansiedlung der Werft und seit dem immer wieder hat die Politik bestimmt, wo es in Gaarden längs geht. Sie haben der Bevölkerung ihre Strände genommen um Kriegssschiffe bauen zu können. Sie haben Gaarden gezwungen am Ersten und Zweiten Weltkrieg mitzuwirken. Gaarden immer Spielball und Experimentierfeld der Politik. Nun will man den GaardenerInnen das Stadtteil ganz entreissen. Nicht etwa, weil es stetig bergab geht, sondern obwohl es eigentlich ganz gut läuft. Lassen wir uns also nichts erzählen oder manipulieren von Politikern der einen oder anderen Seite. Die handeln nicht in unserem Interesse. Uns jetzt mal im Sinne aller Gaardener EinwohnerInnen. Wir brauche z.B. Naherholung in einem Freibad oder einer kleinen Schwimmhalle – und das nicht für erheblich mehr Geld wie im geplanten Zentralbad!

Ich sage: Freibad statt Wirtschaftsbüro! Rettet Katzheide!

Zentralbad wird deutlich teurer als vermutet « KielKontrovers

Zentralbad wird deutlich teurer als vermutet « KielKontrovers.
Nun ist es raus: Wie von mir bereits mehrfach vorhergesagt, kann das Zentralbad nicht zu den ursprünglich avisierten 17 Millionen Euro gebaut werden. Damit sind die bisherigen Beschlüsse hinfällig.

30. April Fest / Kundgebung auf dem Vinetaplatz

Zitat:

Gerade in Gaarden sind immer mehr Menschen vom Vermarktungswahn der Stadt Kiel betroffen. Die Stadt möchte sich nach außen als „Kiel Sailing City“ präsentieren und ein „sozialer Brennpunkt“ Gaarden passt da nicht ins Bild.

Gerade hier werden Mieten immer mehr in die Höhe getrieben, bezahlbare soziale und kulturelle Einrichtungen müssen immer mehr weichen. Das Freibad Katzheide wird mittelfristig schließen müssen, da an der Hörn ein von der Stadt geplantes „Zentralbad“ entstehen soll. Am 30.4. werden wir einen Tag mitten im Stadtteil so gestalten wie wir ihn wollen – lasst uns gemeinsam einen Gegenentwurf zur ungerechten Umstrukturierung des Stadtteils proben. Entgegen der Vereinzelung und Isolation sogenannter sozialer Probleme eröffnen wir einen Raum, indem wir uns austauschen, kennenlernen und gemeinsame, solidarische Wege finden wollen – das Pflaster gehört denen die darauf tanzen!

Mehr zu dem Fest auf den Seiten des Bündnisses Gerecht geht GANZ anders!

Argumente für den Erhalt von Katzheide

Einbahnstraßenschild

Der Weg zum Zentralbad darf nicht zur Einbahnstraße werden!

Im Dezember 2009 hat die Ratsversammlung der Stadt Kiel beschlossen Katzheide zu schließen. In der Öffentlichkeit werden insbesondere zwei Punkte seitens der Kieler Politik falsch dargestellt:

  1. Die Kosten für die Lessinghalle und das Kombibad in Gaarden kann günstiger ausfallen als der Bau eines neuen Zentralbades. Warum z.B. kann in Katzheide nicht eine Kombihalle für 60-80 % der veranschlagten Kosten gebaut werden? (wie in anderen Städten)
  2. Die Preise im neuen Zentralbad würden laut Planungen deutlich teurer als heute und da die Stadt Kiel eventuelle Mehrkosten nicht mittragen will, würden diese wohl voll auf die Eintrittspreis aufgeschlagen.

Es ist zu vermuten, dass die Kosten für ein neues Zentralbad am Ende deutlich über dem beschlossenen Rahmen von 17 Millionen Euro liegen werden und damit der Beschluss der Ratsversammlung hinfällig wird. Wir wären damit einer nachhaltigen Lösung für das Schwimmen auf dem Ostufer keinen Schritt näher gekommen.

In der Zwischenzeit wird für die Planung des Zentralbades bereits echtes Geld ausgegeben, dass dann für bessere Lösung nicht mehr zur Verfügung steht. Ich erinnere nur daran, dass auch für das ScienceCenter rund 5 Millionen Euro ausgegeben wurde ohne das vermutlich je ein Stein davon stehen wird.

Schwimmen ist nicht nur Sport, sondern auch Bildung und Kultur. Was machen die Kinder, die in der KIEL.SAILING.CITY Segeln lernen und ins Wasser fallen und nicht Schwimmen gelernt haben?

In einem Stadtteil wie Gaarden, wo das Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebot begrenzt ist, wäre ein Verlust beider Gaardener Bäder ein weiterer schwerer Einschnitt. Man hatte auch bereits bei der Stadtteilbücherei vor Jahren kräftig den Rotstift angesetzt.

Gaarden ist ein Stadtteil mit rund 30.000 Einwohnern und hat Anspruch auf mehr als nur ein paar Almosen oder Ein-Euro-Stellen. Das auch unter Berücksichtigung der Finanzlage der Stadt Kiel, denn so manche Einrichtung auf dem Westufer bekommt mehr Finanzmittel als Gaarden insgesamt. Und deswegen ist es auch falsch und nicht akzeptabel gerade in Gaarden sparen zu wollen!

Gelogen wie gedruckt: Kieler Ratsfraktionen leben im Wolkenkukusheim

In einer neuen Presseerklärung hängen sich die Ratsfraktionen der Übergroßen Koalition aus allen Fraktionen außer Linke und Direkter Demokratie ziemlich weit aus dem Fenster, was die Behauptungen anbelangt:

  • Eine 250prozentige Erhöhung der Preise für das Verweilen einer Familie über mehrere Stunden wird dort als „sozial verträgliche Eintrittspreise“ bezeichnet.
  • Den Fraktionen, die es ablehnen zig Millionen für ein Spaßbad auszugeben und die Preise derart zu erhöhen wird vorgeworfen „Sie grenzen damit Menschen mit geringem Einkommen von der Teilhabe an Sport und Freizeit aus. Wir lehnen diese Politik als unsozial ab und werden dies öffentlich vertreten!

Wiederholt werden bewiesener maßen falsche Zahlen verbreitet. Wie schon mehrfach an dieser Stelle bewiesen, hat sich herausgestellt, dass der Siegerentwurf zur Lessinghalle, der dann 13-15 Millionen Euro kosten sollte, nicht etwa zur Restaurierung der selbigen dienen soll, sondern einen Umbau des Eingangsbereiches Schrevenpark/Lessingplatz bedeuten würde. Zudem war in der Ausschreibung als Vorgabe, dass zusätzlich ein Wellnessbereich und eine Gastronomie geschaffen werden sollte. Eine saubere Trennung zwischen Restaurierung und Straßenbaumaßnahmen fand nicht statt. Das Ziel der Ausschreibung war somit absehbar, die eingereichten Entwürfe NICHT umzusetzen, sondern gerade nur Zahlen  zu erhalten, die abschreckend genug sind.

Das Freibad Katzheide sollte 8 Millionen kosten. Die Summe 8+13 oder 8+15 – die dann nach Adam Riese 21-23 Millionen kosten würden wird dann zu 25 Millionen addiert. Das eine Schwimmhalle auch für nur 5-6 Millionen zu haben wäre, habe  ich hier und in KielKontrovers auch bereits nachgewiesen. Aber in dieser Diskussionen zählen keine Argumente und auch nicht einfache Additionen. Die Übergroße Koalition braucht weder Argumente noch Rechenkünste. Ihr Zentralbad liegt im Wolkenkukuksheim und finanziert sich ganz von selbst. Bei den Ratsmitgliedern sind 17 Millionen (große Lösung) weniger als 8 Millionen (kleine Lösung).

Dabei veruntreut und verschwendet die Ratsversammlung teuere Steuergelder und lügt den Kieler Bürgerinnen dreist ins Gesicht.

Alleine die bauliche Erkundung wird demnächst 120.000 Euro kosten. Der Architekturwettbewerb zur Lessinghalle kostet die Stadt Kiel nach meinen neueren Erkenntnissen 80.000 Euro. für 200.000 Euro hätte man die Lessinghalle aber von der Technik her nach einem Gutachten längst reparieren können (dort geschätzt: 150.000 Euro). Da sind die Kosten für die Entwürfe   zu Katzheide noch gar nicht drin.

Mein Trost ist, dass das Zentralbad noch nicht steht – und das jeder der rechnen kann und Erfahrungen mit Baukosten hat jetzt schon weiss, dass es deutlich teurer wird. Diese Erkenntnis muss den naiven Ratsmitgliedern noch erst kommen. Aber naja, es ist ja nicht ihr Geld? Aber bitte liebe Ratsmitglieder hört auf zu jammern. Herr Albig hat gestern bei Anne Will gejammert, dass er selbst mit Arbeitsloseninitiativen um 3.500 Euro feilschen muss. Lieber Herr Albig – mit dem Einsparen lustiger Architekturwettbewerbe mit Siegerentwürfen mit denen sowieso schon vorher nie jemand vor hat diese umzusetzen (Fall Lessinghalle), könnten sie 21 weitere Initiativen aus dem Stadtsäckel fördern. Man muss nur wissen, wo man den Rotstift ansetzt!

Rathaus beerdigt Katzheide

Ok, noch ist es nicht zu spät – aber die erste Schaufel wurde bereits auf Katzheide geworfen. Denn wenn das Zentralbad erst einmal steht wird man Katzheide eindgültig loswerden wollen. Alle Argumente die genannt wurden haben nichts genutzt. Die Ratsleute haben auf stur geschaltet und wollen den Weg zum Zentralbad bis zum bitteren Ende gehen. Komme da was da wolle.

Es war auch nicht wirklich zu  erwarten, dass sie in der Lage oder bereit gewesen wären selbständig aus der Sackgasse zu fahren, in der sie sich reinmanövriert haben. Das Zentralbad gilt als die große Lösung, die alle Probleme beseitigt. Die Datenbasis für diese Behauptung war und ist dünn. Aber das Ganze hat nichts mit Vernunft zutun oder damit das es etwas keine Alternativen geben würde.

Die Stadtpolitiker haben eher Angst vor Alternativen, vor dem Nachdenken. Denn das könnte bedeuten, das man sich auf dem Holzweg befindet. Im Kern sollte es darum gehen, dass es in Gaarden keine weiteren Kürzungen geben darf – und das nicht alle möglichen Einrichtungen auf Basis von Ehrenamt und 1-Euro-Jobs finanziert werden. Das wird Gaarden sonst alles auf den Fuß fallen, sollte in Zukunft 1-Euro-Jobs abgeschafft werden. Es ist jetzt bereits an einem Punkt der im höchsten Maße bedenklich ist. Sich da herauszugraben wird extrem schwierig und teuer. Im Moment denkt da keiner drüber nach – denn es läuft ja – auch der Platzhausmeister am Vinetaplatz wurde aus Mitteln des Jobcenters finanziert.

Das bedenkliche ist die Tendenz die Spaltung zwischen ost weiter zu verschärfen – das es entscheidend ist auf welcher Seite von Kiel man geboren wird und aufwächst. Dass das die Zukunft eines Menschen entscheidet. Gaarden hat mehr und besseres verdient. In Gaarden darf nicht mehr gespart werden. Es darf nur noch etwas dazukommen, aber es dürfen nicht noch mehr Mittel abgezogen werden. Wenn man das tut können wir auch gleich alle anderen Maßnahmen vergessen und uns nicht mehr über den Vinetaplatz unterhalten.

Aber wo sind die Politiker die sich für Gaarden stark machen und mit der Sichtweise von Bürgern zweiter Klasse schluss machen? Das ist das, was eigentlich hinter der Diskussion steckt. Das die Leute im Gaarden verstehen, dass man meint das man am liebsten bei ihnen spart – und das es nicht das erste mal ist. Man hat zwar die Gewerbeeinnahmen von HDW gerne mitgenommen – und der Stadtteil hat Kiel groß gemacht – aber man wollte den Stadtteil dennoch immer klein halten. Man sieht es daran, dass es ausser dem Werftparktheater hier keine städtische Kultureinrichtung gibt. Und das in so einem großen, traditionellen Stadtteil. Sowas ist kein Zufall sondern bewusste Politik seit Jahrhunderten. Hier gegen müssen wir uns wenden. Wie gesagt: Gaarden hat mehr verdient!

Pressemitteilung: Rettungsring für Kieler Bäderlandschaft!

Kiel 7.12.2009 – Der Verein zum Erhalt der Lessinghalle und zur Unterstützung der Fördebäder in Kiel und die Stadtteilinitiative Gaarden (SIG) erklären ihre Solidarität untereinander und ihre gemeinsame Ablehnung der aus ihrer Sicht bisher verfehlten Gestaltung der Bäderlandschaft durch die Stadt Kiel. Über Jahre habe man immer versichert, dass der Erhalt der bestehenden Bäder gesichert sei, dabei aber die notwendige Investitionen unterlassen und so der Bausubstanz geschadet. Dies hat zum Beispiel zu der aktuellen Schließung der Lessinghalle geführt.

Thilo Pfennig von der Stadtteilinitiative Gaarden „Nun meint man die Defizite mit dem Bau einer neuen, großen Schwimmhalle beheben zu können. Man vergisst dabei aber, dass das Freibad Katzheide genau so wie die Lessinghalle einzigartige Schwimmorte darstellen, die sich nicht einfach durch ein neues, großes Zentralbad ersetzen lassen!“

Den Kieler Initiativen erscheint die Eile, mit der dieses Zentralbad derzeit angegangen wird, als unangebracht. Der Standort des geplanten Zentralbades würde die Durchtrennung der einzigen Grünverbindung zwischen Ost- und Westufer bedeuten. Zu den sehr weitreichenden Plänen wurde bislang weder eine Bürger- noch eine Kinder und Jugendbeteiligung durchgeführt. Gerade dies erscheint ihnen aber dringend geboten, da solche Pläne nicht an den Kielern und Kielerinnen vorbei durchgezogen werden dürfen.

Die Initiativen fordern die Stadt Kiel daher dazu auf, die aktuellen Pläne auf Eis zu legen. Niemand weiss wie teuer die neue Halle wirklich wird. Außerdem bezweifeln sie, dass die Halle trotz höherer Preise und weiterer Wege mehr Schwimmer anziehen wird. Sie fordern, dass endlich die nötigen Reparaturen an der Lessinghalle veranlasst werden, damit möglichst bald wieder ein Schwimmbetrieb aufgenommen werden kann. Selbst für den Fall, dass es trotz aller Gegenargumente zu dem Bau eines Zentralbades kommen würde, würden bis zur möglichen Eröffnung noch Jahre vergehen.

Die Initiativen kritisieren, dass die Vorgaben für die Architekturwettbewerbe für eine Kombihalle in Gaarden als auch für die Lessinghalle anders waren als bei der Ausschreibung des Zentralbades, wo von vorne herein ein engerer Kostenrahmen vorgegeben wurde. Insofern gehen sie auch aufgrund diverser Gutachten davon aus, dass eine Sanierung beider Bäder um ein vielfaches kostengünstiger erfolgen kann, als es einige Zahlen in der Öffentlichkeit erscheinen lassen.

Die Bürgerinnen und Vereine haben angekündigt die Entscheidung und das Abstimmungserhalten der einzelnen Ratsleute am 10. Dezember bei dem Beschluss zum Zentralbad sehr genau beobachten und dokumentieren zu wollen.

Gaardener Stadtteilinitiative gegründet

Katzheide hat die Gaardenerinnen zusammengeschweisst. Am 19. November  soll die große Entscheidung anstehen in der Ratsversammlung. Mittlerweile werden in der Gaardener “Innenstadt” kräftig Unterschriften gesammelt.

Ich selbst habe mich auch entschlossen diese “Stadtteilinitiative Gaarden” (SIG) zu unterstützen. Wie Leser dieses Blogs und von KielKontrovers (einem meiner vielen anderen blogs) wissen, beschäftige ich mich schon länger mit der Situation der Kieler Bäderlandschaft. Was da die letzten Jahre passiert ist, stinkt zum Himmel. Die Argumentationen mit der Finanzierung sind verlogen. Wie ich bereits nachwies hat man z.B. bei der Lessinghalle bewusst einen Wettbewerb ohne Limit ausgelobt – Noch mal das Zitat der Ausschreibung hier in Kürze “Ziel ist die denkmalgerechte Sanierung sowie die Attraktivierung des Schwimmbades unter funktionalen, technischen und energetischen Gesichtspunkten. Dabei soll das Angebot unter Berücksichtigung des Schul- und Vereinsschwimmens durch Fitness- und Wellnessangebote sowie eine attraktive Gastronomie erweitert werden. Angestrebt ist die Entwicklung eines hochwertigen Gebäudeensembles, das unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen vermag und gleichzeitig flexibel und zukunftsoffen orientiert ist. Im Rahmen einer denkmalgerechten, architektonisch und wirtschaftlich ausgereiften Entwurfslösung werden überzeugende Konzepte gesucht, die den Standort in seiner Attraktivität sichern und weiter steigern.” – Im direkten vergleich mit der geplanten Ausschreibung des Zentralbads”

Im Vergleich dazu die Ausschreibung zum Zentralbad (BV 0940/2009):

Vor der Umsetzung des Bauvorhabens ist ein Architektenwettbewerb durchzuführen, in dem auf die festgesetzte max. Bruttobausumme in Höhe von 17 Mio. € verwiesen wird.
1.2 Die in der Bausumme enthaltenen Kosten für die Herrichtung des Grundstücks als Bauland sowie die notwendige Baugrunduntersuchung werden als erste investive Mittel im Haushaltsplan 2010 in Höhe von 120.000,00 € im Produktbereich 42400201 zur Verfügung gestellt.

Der Unterschied macht sehr deutlich, wie man bei dieser Ausschreibung darauf achtete, dass sich Vorschläge auf jedem Fall in einem realisierbaren Rahmen bewegen – wohingegen die Ausschreibung der Lessinghalle besagt: “Lasst es mal so richtig krachen, spart nicht am Geld!!”

Was Katzheide angeht, so hat man dies definiert:

Nach Beschluss über den Bau eines Zentralbades wird über die künftige Nutzung des Geländes des Sommerbades Katzheide entschieden. Eine Option ist, dass die Liegenschaft nach seiner Außerbetriebnahme in die Verwaltung des Sport- und Begegnungsparks auf dem Kieler Ostufer übergeht.

Man will dabei die Kosten für Katzheide offenbar über irgendwelche Nebentöpfe finanzieren. Man lügt sich da schon wieder in die Tasche – erst streicht man bei den Subventionen, will dann Katzheide am liebsten aus der Bäderlandschaft rausnehmen und es dann querfinanzieren aus anderen Töpfen, obwohl es ein Bad ist. Dadurch kann man dann darauf verweise wie toll man bei Bädern gespart hat. Hat man natürlich nicht, wenn das Geld aus anderen Töpfen kommt. Nullsummenspiele! Anstatt klar auszuweisen wofür man Geld ausgibt und dazu zu stehen, versucht man Kosten zu verstecken.

Wenn ich mal raten sollte, so glaube ich auch nicht, dass in der Finanzkrise die sicher die nächsten 10-15 Jahre anhalten wird so etwas wie ein Mega-Zentralbad für 25 Millionen (inklusive Preissteigerungen) umgesetzt wird. Woher soll das Geld kommen? Und ob man spart ist sehr zweifelhaft.

http://www.flickr.com/photos/29208923@N06/3019517909

Am Mittwoch ist Laternen-Demo für Katzheide!

Dahingegen stellt Katzheide einen wichtigen Wert dar. Für viele Kielerinnen ist Katzheide das schönste an Gaarden überhaupt!

Am 18.11. soll es in Gaarden einen bunten Laternenumzug geben (Treffpunkt Vinetaplatz). Anfang ist 18 Uhr. Wir wollen gemeinsam durch Gaarden ziehen um so sowohl Gemeinsamkeit in der Ablehnung zu demonstrieren, aber auch Kindern etwas zu bieten, dass sie genau so gerne mögen wie ihr Freibad!

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 166 Followern an

%d Bloggern gefällt das: